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Lokales, Serie

Ein Obstgarten auf Lanzarote (Teil 4)
Erd- und Maulnüßchen...

Von: Wolfgang Scherzer



Die Maulbeeren (span.: Mora) sind äußerlich den Brombeeren ähnlich. Foto:©www.istock.com/claylib


Erdbeeren kann man knapp 3 Monate nach der Ernte ernten. Foto: www.photocase.de/Patzita


(04/08 N°21) Wenn man im deutschen Sprachgebrauch von Beerenobst redet, meint man Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachel- und Johannisbeeren, Heidel- oder Preiselbeeren. Im mediterranen und subtropischen Klima sind diese Pflanzen mit Ausnahme der Erdbeere wenig bekannt und gebräuchlich, sie gehören in die gemäßigten Klimazonen.
Erdbeeren wachsen sehr gut auf Lanzarote. Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren habe ich versuchsweise gepflanzt.  Ob es sich lohnt, kann ich Ihnen erst nächstes Jahr berichten.
Die Erdbeerfrucht ist botanisch gesehen keine Beere sondern eine Sammelnussfrucht: Den roten fleischigen Teil bezeichnet man als den Fruchtkörper, die eigentlichen Früchte sind die kleinen Körner (Nüsse) an der Oberfläche. Himbeeren, Brombeeren und Maulbeeren sind dementsprechend Sammelsteinfrüchte. Johannisbeeren, die Kapstachelbeere und die Papaya  sind botanisch gesehen echte Beeren.
Die botanische Systematik hat Gott sei Dank wenig Einfluss auf die Umgangssprache, denn das würde zu einer babylonischen Sprachverwirrung führen: würden gar aus Erdbeeren „Erdnüsse“. Die Erdnuss, da sie gar keine Nuss, sondern botanisch eine Hülse ist, wie eine Bohne, würde  zu einer Erdbohne. Die gibt es aber schon: Die westafrikanische Erdbohne (Macrotyloma geocarpum)…
Zurück zur Erdbeere: Die in Mitteleuropa heimische Walderdbeere wächst wild in Wäldern, ist aber nicht die Urform der heutigen Gartenerdbeere. Die heutigen Erdbeeren (Fragaria x ananassa)  stammen aus Kreuzungen der Chileerdbeere und der nordamerikanischen Scharlacherdbeere. Durch die Anpassung der Sorten an Licht und Temperatur, ist der Anbau vom arktischen bis subtropischen Klima möglich.
Auf Lanzarote wachsen Erdbeeren sehr gut. Die Pflanzen bringen etwa neun Monate im Jahr Früchte hervor. Hauptpflanzzeit für Erdbeeren auf Lanzarote ist September/Oktober. In diesen beiden Monaten kann man in der Granja Experimental des Cabildo Erdbeerpflanzen kaufen. Die Pflanzen kommen aus dem Kühlhaus, sind nicht getopft sondern ballenlos gebündelt und kosten wesentlich weniger als die getopften Pflanzen aus den Gartencentern. Vor der Pflanzung sollen die Wurzeln gekürzt und die Pflanzen 15-30 Minuten in Wasser oder noch besser in eine Mischung aus Brennnessel- und Schachtelhalmbrühe gestellt werden. Da die Sorten öfters wechseln, kann ich keine Empfehlung dazu geben. Meist gibt es eine großfruchtige Sorte, die so genannte „fresón“. Diese Sortengruppe zeichnet sich durch sehr große, innen oft etwas hohle, transportfeste, aber recht geschmacklose Früchte aus. Besser sind andere Sorten, die etwas kleiner ausfallen. Besonders geschmackvoll ist die Sorte „Aroma“. Die Erdbeere bevorzugt lockere Böden mit hohem Gehalt an organischer Substanz. Auf salzhaltige und sehr kalkige Böden reagiert die Erdbeere mit Wachstums- und Ertragsausfällen. Wir empfehlen vor der Pflanzung pro Quadratmeter 4 Kilo Kompost oder 4 Kilo gut verrotteten Mist in den Boden einzuarbeiten. Frischen Mist verträgt die Erdbeere nicht. Als Pflanzabstand hat sich auf Lanzarote 30 x 50 Zentimeter bewährt. Die Jungpflanzen dürfen nicht zu hoch und auch nicht zu tief in den Boden gepflanzt werden. Tropfbewässerung ist zu empfehlen.
Mulchen ist natürlich nicht notwendig, wir haben ja schon die Lavaasche als Mulchschicht. Um kräftige Pflanzen zu erhalten, zwickt man in den ersten zwei Monaten nach der Pflanzung die Blüten ab. Die ersten Erdbeeren können wir dann nach knapp 3 Monaten ernten. Die Ernte zieht sich bis Juli hin, dann kommen keine neuen Blüten mehr und die Erdbeerpflanze beginnt Seitentriebe  (botanisch: Stolonen) zu bilden, an deren Ende sich neue Pflanzen bilden. Diese Ausläuferbildung ist bei älteren Sorten licht- und temperaturabhängig. Bei Überschreiten einer gewissen Tageslänge (ca. 14 Stunden) und einer bestimmten Temperatur (ca. 18 Grad Celsius), bilden sich keine Blüten mehr und die Bildung von Ausläufern beginnt. Inzwischen gibt es Sorten, die der jeweiligen Klimazone so gut angepasst sind, dass sie nicht mehr allzu sehr auf die Tageslängen reagieren. Wenn die Ausläufer groß genug sind, schneidet man diese ab, pflanzt sie zum Bewurzeln in Töpfe und im September/Oktober in den Garten. Das funktioniert aber nur, wenn Ihre Erdbeerpflanzen gesund sind. Sobald sie eine Krankheit haben oder Schädlingsbefall, kümmern die Pflänzchen. Blattläuse und andere stechend/saugende Schädlinge übertragen Viruskrankheiten auf die Pflanze. Vermehrt man mit Ablegern, überträgt man die Virosen auf die Neupflanzung: die Früchte werden durch die Infektion immer weniger und immer kleiner. Sicherer ist nach 2-3 Jahren neue Pflanzen aus professioneller, virusfreier Anzucht zu kaufen. Für den direkten Verzehr pflückt man die Früchte vollreif, das heißt mit komplett roter Färbung. So schmecken sie am besten. Für den Verkauf werden die Früchte je nach Länge des Transportweges und der zur Ernte herrschenden Witterung mit 50 bis 75 Prozent Rotfärbung gepflückt. Diese Früchte haben weder den vollen Geschmack noch die Konsistenz einer vollreifen Frucht.


Die bekanntesten Obstarten in der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) sind die Feigen, die verschiedenen Maulbeerbaumarten, der Brotfruchtbaum und der Jackfruchtbaum. Die Maulbeeren sind äußerlich den Brombeeren ähnlich. Die bekanntesten der zwölf verschiedenen Maulbeerarten sind die weiße Maulbeere (Morus alba) aus China, die schwarze Maulbeere (Morus nigra) aus dem Kaukasus  und die rote Maulbeere (Morus rubra) aus Nordamerika. Die Blätter der weißen Maulbeere dienen den Raupen des Seidenwicklers als Nahrung. Die Maulbeerseidenraupe (Bombyx mori L.) gehört zu den wenigen domestizierten Insekten wie zum Beispiel Bienen und Lackschildläuse.
 Es gibt noch andere Seidenraupenarten, deren Seide jedoch gröber ist als die der Maulbeerseidenraupe. Die Früchte von Morus alba sind meist fade im Geschmack, die Farbe variiert je nach Sorte von cremefarben über rot bis schwarz.
Die Früchte von Morus rubra und Morus nigra sind aromatischer und intensiver. Meist sind die von Morus rubra ziemlich sauer, die vom Morus nigra süß. Die Früchte eines Baumes reifen nicht zur selben Zeit, die Ernte erstreckt sich über mehrere Wochen. Die reifen Früchte sind sehr weich und transportempfindlich, man findet sie selten frisch im Verkauf, meist werden  die „moras“ als Marmelade angeboten. Die schwarze Maulbeere ist ein relativ genügsamer Baum, sie stellt keine hohen Ansprüche an die Nährstoffversorgung und an den Humusgehalt der Erde und kommt mit den basischen Böden auf Lanzarote gut zurecht. Der oft mehrstämmige Baum wird an geschützten Stellen 6-8 Meter hoch.

 

Der Autor Wolfgang Scherzer studierte in Deutschland Gartenbau und tropische Landwirtschaft. Seit zwölf Jahren arbeitet er als Gartenarchitekt und Gärtner auf Lanzarote.



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