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Montag, 16. September 2019
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Lokales

Die Trachten von Lanzarote:
Mit Nadel und Faden auf den Spuren lanzarotenischer Kleiderkultur

Von: Susanne Bernard


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Sommerzeit auf Lanzarote ist auch Zeit für Tradition und Trachten auf der Kanareninsel; wie hier bei den Festivitäten von San Juan in Haría: Wer es sich früher irgendwie leisten konnte, verwendete für die Sonn- und Feiertagskleidung teure orientalische Stoffe, Seide, Baumwolle oder Mossul (Musselin). Je mehr Stoff für das Gewand oder den Rock verwendet wurde, je aufwändiger seine Machart, Farben und Muster, umso besser konnte man sich von den anderen unterscheiden. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Ex-Inselpräsidentin Manuela Armas probiert einen lanzarotenischen Trachtenhut aus Palmstroh. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Sonntags- bzw. Festtagstracht einer Tenerifeña. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Lanzarotenische „Alltagstracht“.

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"Los Buches de Arrecife" auf der Romería San Juan in Haría, im Norden von Lanzarote. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Die „Buches de Arrecife“ - je bunter je lieber, und immer mit dabei die Schweinsblasen mit denen der Zuschauer gerne mal eins hinten drauf bekommt. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Foto eines lanzarotenischen (Kinder)-Paares von 1880 aus dem Buch "Las Indumentarias De Lanzarote" von Ricardo Reguera Ramírez.

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Trachtenstand auf der Kunsthandwerksmesse in Mancha Blanca. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Zwei Mädchen in bäuerlicher Tracht, eine mit Schutenhut. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Frauen im Trachtenschneiderkurs in San Bartolomé. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Eine Teilnehmerin des Trachtennähkurses in San Bartolome näht an einer Trachtenweste. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Residentin Christine Nott besucht den Trachten-Nähkurs mit viel Freude im 2. Jahr...

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...und näht die lanzarotenischen Trachten „en miniature“ für ihre Puppen. Hier voller Stolz mit einer Trachtenhose für Männer. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Christines Kollegin zeigt die Männer-Trachtenhose in Originalgröße. Foto: Susanne Bernard/Lanzarote37°

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Lola Paltinger kreiert in München unter den Labels "Lollipop & Alpenrock", "happy Heidi" und "Himmelblau" witzige Dirndlkreationen und zitiert mit ihrer Mode Kunst, Kitsch und traditionelle Trachtenmode. Inzwischen kann auch Paris Hilton nicht mehr ohne ein Paltinger-Dirnd sein. Foto: Lola Paltinger/Lanzarote37°

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So fesch kann "Tracht" sein. Foto: Lola Paltinger/Lanzarote37°


Wer eine Fiesta auf Lanzarote besucht und den verschiedenen Volkstanzgruppen zusieht, wie sie sich zum Tanz stolz in ihren prächtigen Trachten im Kreis drehen, der mag sich vielleicht, genauso wie wir, fragen, wo die Ursprünge dieser Trachten liegen und wie denn die lanzarotenische Tracht eigentlich aussehen muss. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, kam der Redaktion die Ankündigung eines „Trachtenschneiderkurses“ vergangenen Oktober gerade recht. Denn wer kann wohl besser erklären, was eine typische lanzarotenische Tracht ausmacht, als jemand, der genau dieses Fach unterrichtet?

 

Also machten wir uns auf zum Casa Ajei in San Bartolomé, wo Schneidermeisterin Ana María Perera zwei Mal die Woche, jeweils drei Stunden, etwa zwanzig Schülerinnen in die Kunst der Trachtenschneiderei einweist.
Anas Kurse sind sehr beliebt und finden schon im dritten Jahr in Folge statt, bei jährlich größerer Nachfrage. Dies und die erstaunlich große Zahl junger Frauen im Kurs zeugen von einem stetig wachsenden Interesse der Lanzaroteños am Erhalt ihrer Kultur und ihren Traditionen. Brauchtumspflege nennt man das im Bayrischen, und wie die Menschen im deutschen Alpenvorland, so sucht man auch hier in entsprechenden Vereinen und Arbeitsgruppen nach gemeinsamen Wurzeln. In Sportvereinen, Musik- und Trachtengruppen, Workshops und Arbeitsgruppen bemüht man sich um den Erhalt und die Weitergabe alter Handwerkskünste, und versucht, traditionelle Besonderheiten der Insel über die Generationen zu retten.


Und so wie andere das Wissen um die Cochinilla-Zucht und das Färben mit dem aus der Laus gewonnen Pulver weitergeben, die Korb- und Hüteflechterei aus Palmblättern lehren, das Spiel auf der Timple, den traditionellen lanzarotenischen Ringkampf „lucha canaria“ oder den Kampf mit den Stöcken „Juego de Palo“, so gehen Anas Schülerinnen mit Nadel und Faden auf Spurensuche nach der Kleiderkunst ihrer Vorfahren.


Während sie um einen großen Tisch sitzen und Schnitte ausarbeiten, Stoff zuschneiden, Kordeln und Knöpfe häkeln und Holsäume und Knopflöcher von Hand arbeiten, fragen wir Ana: „Wie muss eine lanzarotenische Tracht eigentlich aussehen?“


Statt einer Antwort zeigt uns die sympathische Lehrerin einige Arbeiten ihrer Schülerinnen. Kunstvoll von Hand plissierte Röcke, zarte Batistschürzchen mit kunstvollen Säumen, prächtige, kleingemusterte Brokatwesten mit Litzen und Biesen, kurze leinene Herrenhosen, die uns wie Unterhosen anmuten, und voluminöse Unterröcke, die ihre Pracht ausschließlich im Verborgenen feiern. In jedem Stück stecken viel Liebe zum Detail und noch viel mehr Handarbeitsstunden, doch die lanzarotenische Tracht suchen wir vergebens. Und auch Ana will uns keine präzise Antwort geben. Stattdessen leiht sie uns entsprechende Literatur zum Thema traditionelle Kleidung der Kanaren und gibt uns noch den Hinweis auf das Buch „Las Indumentarias de Lanzarote“, ein fast 600 Seiten dicker Wälzer, der uns erahnen lässt, dass wir uns kein leichtes Thema ausgesucht haben.


Im Laufe der Recherchen wurde uns wieder einmal klar, dass Kleidung auch für die Bevölkerung der Kanaren in erster Linie dem Schutz des Körpers diente. Und die Majos und Majas, die frühen Bewohner Lanzarotes, trugen sicherlich ähnliche Kleidung wie die Menschen auf dem Festland Afrikas und Europas. Klima und Tätigkeit bestimmten das Material, und so hüllte man sich in Pelze, Felle, Rinden, Federn, Leinen und Wolle – was eben zur Verfügung stand und zweckdienlich war.


Die Lust, sich zu kostümieren, beziehungsweise mit einer Tracht und manch unbequemem modischen Beiwerk eine bestimmte Absicht oder Stammeszugehörigkeit zu signalisieren, kam erst später, als Eroberer, Weltentdecker und Handelsreisende mit ihren Schiffen auf die Kanaren kamen, in ihren gewohnten „Kostümen“ herumliefen und die Einheimischen nach und nach deren Moden übernahmen, und ebenso wie die Eroberer und Eindringlinge begannen, mit ihrer Kleidung Signale auszusenden. Die konnten magischer, religiöser, ethnischer oder auch rein ästhetischer Art sein, und dienten dazu, Standeszugehörigkeit und Rang sichtbar zu machen, oder einfach modischer als der Rivale gekleidet zu sein.


Tracht ist also erst einmal nichts anderes als Kleidung, und ihr Aussehen spiegelt – heute wie damals – die entsprechenden Lebenszusammenhänge ihres Trägers wieder. In unseren Köpfen assoziieren wir mit dem Wort Tracht meist folkloristische Auftritte im urig-gemütlichen Ambiente einer Wirtsstube. Dass aber auch ein schwarzgewandeter Punker, übersät mit Piercings und Tatoos, oder eine 17jährige mit bauchfreiem Top, Hüfthose und „Arschgeweih“, in Wirklichkeit nur unterschiedlichen Trachtengruppen angehören, welche, ebenso wie die aus allen Erdteilen kommenden Fremden und Eroberer vor ein paar hundert Jahren, die Inselbevölkerung der Kanaren mit ihren Modevorstellungen „infizieren“, daran wird bei ihrem Anblick wahrscheinlich niemand denken. Doch bei genauerem Hinsehen haben sie die kanarische Modewirklichkeit längst eingeholt. Und heute wie vor hunderten von Jahren variieren die Lanzaroteños die Moden der Fremdlinge und, heute wie damals, vielleicht nicht immer zu ihrem Vorteil.


Stellen Sie sich vor, wie „spanisch“ einem Lanzaroteño einst die eng anliegenden Kniehosen (haut-de-chasse) ihrer Eroberer vorkamen, zu einer Zeit, als sie sich selbst noch nicht lange von der Tunika verabschiedet hatten, allerhöchstens im wollenen, vielleicht sogar baumwollenen knielangen Kittel, in Europa damals Bauernkasak genannt, durch die Gegend liefen. War doch die Einführung der Hose schon auf dem europäischen Festland die größte Kleiderrevolution des ersten Jahrtausends und wurde von den Adligen und Mächtigen damals als höchst unziemlich und ihres Standes umwürdig angesehen.


Wie genau der frühe Lanzaroteño umherlief, kann man nur vermuten. Sicher ist, dass in den folgenden Jahrhunderten die Kostüme, welche von den Eindringlingen und Eroberern Lanzarotes und natürlich von deren Damen getragen wurden, bei den Insulanern mächtig Eindruck machten und - wer es sich irgendwie leisten konnte - die Mode des europäischen Adels und Bürgertums kopierte.


Keine Chance damals also für so was wie den „Grunge-Stil“ unseres Zeitalters, wo man, um sich vom Rest der Welt abzuheben, bewusst schmuddelig und unansehnlich kleidet. In schmuddeligen, stinkenden Bauernfetzen mussten die meisten Insulaner schließlich lange genug herumlaufen. Da kamen die Eroberer in ihren feinen Beinkleidern, mit ihren herausgeputzten Damen - in schweren Roben und beeindruckenden Kopfbedeckungen - am Arm, gerade recht. So wollte man sich auch kleiden. Das machte doch was her. Und so begann das einfachere Kanarenvolk zwar mit deutlicher Verspätung, aber letztendlich wie überall in Europa, die Gewänder des Adels und Bürgertums nachzumachen und – neu zu interpretieren. Irgendwann zu jener Zeit muss die Geburtsstunde der kanarischen Tracht gewesen sein.


Wer es sich irgendwie leisten konnte, verwendete, mindestens für Sonn- und Feiertagskleidung, teure orientalische Stoffe, Seide, Baumwolle oder Mossul (Musselin), und um im Alltag Stand und Würde zu wahren, wurde mindestens Baumwolle oder Wolle verwendet. Und je mehr Stoff für das Gewand oder den Rock verwendet wurde, je aufwändiger seine Machart, Farben und Muster, umso besser konnte man sich von den anderen unterscheiden und – Seinesgleichen erkennen.


Zwar wehrten sich die Mächtigen und Reichen vehement dagegen, dass der „Pöbel“ so herumlief wie man selbst und versuchte, mit Verboten und Vorschriften Alleinstellungsmerkmale in Sachen Auftreten und Kleidung zu bewahren – vergeblich. Heute ließe sich in den meisten demokratischen Ländern kein Mensch mehr das Tragen einer bestimmten Farbe verbieten, und der Klerus hat inzwischen nicht nur den alleinigen Anspruch verloren, die Farbe lila tragen zu dürfen, sondern tut sich auch noch schwer, den Frauen das Tragen einer Kopfbedeckung in der Kirche zur Vorschrift zu machen. Vorbei die Zeiten, wo die Armen den Moden der Reichen nacheiferten. Heute laufen die Reichen in zerrissenen Hosen rum und die „Mode“-Vorbilder der Jugend hängen irgendwo zwischen Bronx und Tokio ab und kreischen auf der Bühne in Hot-Pants und BH.


Das Rad der Mode dreht sich inzwischen rasend schnell, und es ist gut möglich, dass wir alle morgen in gestreiften Pyjamas rumlaufen, nur weil Tom Cruise oder irgendein anderer Mega-Star aus Versehen so im Suff zum Einkaufen gegangen ist. Die passenden Schuhe dazu stünden derzeit ja schon in den Schaufenstern.
Spaß beiseite: gehen wir noch mal auf die Spuren der lanzarotenischen Tracht im Wandel der Zeit.
Wie schon angedeutet, muss sich die „Mode“ der „primitiven“ Ureinwohner auf den Kanaren zum ersten Mal maßgeblich gegen Ende der normannischen Eroberungszüge in Europa verändert haben. Ende des Mittelalters begannen sich die Majos langsam aber sicher von ihren Fellkostümen zu verabschieden. Ab jetzt war „in“, was die Damen und Herren auf dem spanischen Festland trugen. Und dort imponierte anfänglich die höfische Kleiderordnung am französisch-bourbonischen Hof, mit einem Schuss italienischer Finesse. In der Mitte des 15. Jahrhunderts kamen dann noch massive maurische Einflüsse dazu.


Im Unterschied zu den anderen Kanareninseln wurde damals die Mode auf Lanzarote auch stark von den afrikanischen Sklaven beeinflusst, die hier massenhaft gehalten und gehandelt wurden und zeitweise bis zu drei Viertel der Bevölkerung ausmachten. Die Muslime unter ihnen demonstrierten ihre Glaubenszugehörigkeit mit Turban oder Fez, Krummsäbeln und Tunika - so mancher Lanzaroteño fand das chic, übernahm das eine oder andere Detail. Dieser Einfluss blieb auf Lanzarote länger erhalten als auf dem spanischen Festland, wo Philipp III. Anfang des 17. Jahrhunderts die Menschen muslimischen Glaubens endgültig aus Spanien vertrieb. Übrigens: Damals guckten sich die Männer eher etwas von den Fremdlingen ab als die Frauen, die weit länger an ihrer traditionellen Kleidung festhielten oder festhalten mussten. Die spanische Mode kennzeichnete sich damals hauptsächlich durch eine große Variation an Umhängen (sog. mantos), von Frauen oft über dem Kopf getragen, und Pelerinen (sog. capas) für Männer. Während des 16. und 17. Jahrhunderts kamen immer mehr fremde Einflüsse nach Lanzarote, und Männer und Frauen saugten begierig auf, was anderswo in der Welt - sei es England, Frankreich oder Spanien - getragen wurde. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts die Bourbonen den spanischen Hof bestiegen und mit aller Macht die französische Mode in Spanien einführten. Am Hofe trug Mann nun den Kasack, eine Art Frack, und dazu Strumpfhose, heute würde man das wohl Leggins nennen, und die Frauen hüllten sich in lange, voluminöse Röcke und zeigten Taille.
Französische Mode galt als schick, und die Spanier ahmten ihren frankophilen König gerne nach - bis auf ein paar Eigenheiten, die sie sich einfach nicht abgewöhnen wollten: den breitkrempigen Sombrero und den liebgewordenen langen Mantel. König Karl III fand diese Relikte total altmodisch und ordnete stattdessen als Kopfbedeckung den französischen Dreispitz und den französischen kurzen Mantel an. Wer sich nicht daran hielt, dem drohten Strafe und Kerker. Angeblich sollte diese Kleidung verhindern, dass Verbrecher unter dem Schutz dieser Kleidung unerkannt ihre Taten begingen. In Wirklichkeit wollte  Karl III durch das Verbot der im übrigen Europa als altmodisch empfundenen Kleidung, den Anschein des gesellschaftlichen Fortschritts erwecken. Viele spanische Adelige passten sich den neuen Verhältnissen an, während andere umso verbissener an den alten Formen festhielten, was sie auch durch ihre Kleidung demonstrierten. 13 Tage nach dem Verbot platzte den Madridern der Kragen, und es kam zum „Motín Esquilache“, dem so genannten Madrider Hutaufstand, der sich im ganzen Land ausbreitete, und geschätzte 50.000 Aufständische gegen die neue Kleiderordnung, die der Marquis de Esquilache, für seinen König durchdrücken sollte, anrannten. „Muera Esquilache!“ (Stirb Esquilache!) und „Muera el mal gobierno“ (Tod der schlechten Regierung) skandierte das Volk, und trieb Esquilache aus dem Land und den König vorübergehend ins rund 40 Kilometer entfernte Aranjuez.
Auch die reichen Lanzaroteños bestanden - teils vehementer als die Spanier der Peninsula - weiter auf ihre Hüte und langen Mäntel, und das Verbot bewirkte auf der Península wie auf Lanzarote, dass das Volk erst recht begann, selbstbewusst auf seine Traditionen zu bestehen.


Doch die Einflüsse der „Globalisierung“ und nahenden Industrialisierung - nichts anderes war der Warenverkehr zwischen den Inseln und dem europäischen und afrikanischen Kontinent - nahmen unaufhaltsam ihren Weg. Lanzarote prosperierte im 17. Jahrhundert vom Handel mit Salzkraut (barilla), Schnaps, Cochinilla, Zwiebeln, Kartoffeln, Wein und Fisch, und in Arrecife ließen sich Handel treibende Kaufleute aus England, Portugal, Spanien und Afrika nieder und animierten dessen Bewohner zu einer fröhlich bunten Modemixtur, über die sich so manch englischer oder spanischer Kaufmann nur wundern konnte.
Diese Vielfalt sollte  im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts abhanden kommen. Plötzlich wurden Stoffe von Maschinen gewebt, und Kleider gab’s von der Stange - für jeden gleich, in jeder Größe. Regionale Moden verschwanden. Was „in“ war, entnahm man den Zeitungen und wurde aus den französischen und englischen Modemetropolen importiert. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts gab es keine handgefertigten Stoffe mehr, und Lanzaroteños waren - bis auf ein par „altmodische“ Alte - „modern“ gekleidet.


Was die lanzarotenische Tracht also heute in sich vereint, sind Zitate aus den verschiedensten Epochen, hauptsächlich aus der Mode, die getragen wurde, als in Deutschland die Zeit des Biedermeier währte, wo weite knöchellange Röcke und Oberteile mit schmaler Taille Mode waren. Der Schutenhut, der eigentlich dazugehören würde, konnte sich nur bei der bäuerlichen Tracht durchsetzen – die „feine“ Tracht kombiniert sich lieber mit Kopftuch und Hut darüber, wie es eigentlich viel früher Mode war. Die feine Männertracht zitiert wohl noch viel frühere Moden, wie die kurze Hose, die im 15. Jahrhundert getragen wurde, während die Mützen der Männer offensichtlich dem französischen Dreispitz angelehnt sind.


So findet man in jedem Detail einer jeden Tracht Modezitate aus vielen Epochen. Bunt gemischt, getragen von einer „romantischen“ Vorstellung von Tradition. Und so ist die Tracht nichts anderes als die Wiederholung und Vereinigung vergangener Moden in einem einzigen Kostüm. Und wenn Traditionen und Handwerk noch am Leben sind, werden und dürfen neue Elemente hinzukommen. Wie in den Kreationen der Münchner Designerin Lola Paltinger, bekannt für ihre schrillen Dirndlkreationen, die in Münchens Schickimicki-Szene gerne getragen werden, während das Volk darüber „noch“ die Nase rümpft… merken Sie was? Eben alles Geschmackssache!

Quellen und Fotos:
Las Indumentarias De Lanzarote von Ricardo Reguera Ramírez, 2006,
I.S.B.N. 978-84-690-4397-4.
Las Indumentarias Tradicionales De Canarias, Juan de la Cruz, 2002,
I.S.B.N. 84-7926-388-1.

Vestimenta Tradicional de Lanzarote en los siglos XVIII y XIX,
Herausgegeben vom Cabildo Lanzarote unter Mitwirkung der Asociación Coros y  Danzas Arrecife.
I.S.B.N. 84-87021-82-4.

(02/08 N°19)

 

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Articulo en español

Las indumentarias de Lanzarote:
Con aguja e hilo, tras las huellas de la vestimenta tradicional lanzaroteña.

 

(02/08 N°19) Es probable que al disfrutar de la actuación de un grupo folclórico, de como tocan, cantan y bailan ataviados con sus vistosos trajes típicos, uno se cuestione el origen de estas vestimentas y cómo debe ser la auténtica vestimenta tradicional lanzaroteña. A nosotros nos parecía un tema muy interesante y así decidimos empezar a informarnos para ir al fondo de esta pregunta. Nos vino como anillo al dedo el anuncio de la celebración de un curso de costura de vestimenta tradicional. ¿Pues quién puede explicar mejor de qué se compone una vestimenta tradicional lanzaroteña que alguien que se encargue de dar clases sobre el tema?

 

Así nos dirigimos a la Casa Ajei, en San Bartolomé, donde dos veces a la semana la maestra costurera Ana María Pérez da tres horas de clase a alrededor de veinte alumnas, para instruirlas en el arte de la costura de vestimentas tradicionales. Los cursos de Ana son muy apreciados y estas jornadas se celebran ya desde hace tres años, y cada año hay más demanda. Esto, unido a la alta participación de mujeres jóvenes en el curso, da muestras del aumento de interés de los lanzaroteños por la conservación de su cultura y sus tradiciones. Así, existen en Lanzarote distintas asociaciones y grupos de trabajo que se unen en busca de sus raíces. En asociaciones deportivas, grupos de música y folclore, talleres y grupos de trabajo se lucha por la conservación y la transmisión de las antiguas prácticas de artesanía, y se intenta que los usos y costumbres particulares de la isla sobrevivan al paso de las generaciones.

 

Así, como hay personas que se encargan de transmitir su conocimiento sobre el la cría de la cochinilla y el tinte que se obtiene a partir de este insecto, y otras  que enseñan a trenzar cestas y sombreros de hojas de palmera, a tocar el timple, la tradicional lucha canariao el juego del palo, las alumnas de Ana van con hilo y aguja siguiendo las huellas del arte de las vestimentas de sus antepasados.

 

Mientras están sentadas alrededor de una gran mesa preparando los patrones, cortando las telas, haciendo cordones y botones a ganchillo y cosiendo vueltos y ojales a mano, le preguntamos a Ana ¿qué características debe tener una vestimenta tradicional lanzaroteña?

 

En vez de darnos una respuesta, la amable profesora nos muestra algunos de los trabajos de sus alumnas. Bonitas faldas plisadas a mano,  finos delantales con hermosos bordes, chalecos finamente brocados con cordones y pestañas, pantalones cortos de lino para caballero, que parecen calzoncillos, y voluminosas enaguas, que celebran su belleza a escondidas. Cada pieza está hecha con mucha precisión, cuidando cada detalle, y en cada una se han invertido muchas horas de trabajo manual. No obstante, no nos dan una respuesta clara de cómo era la vestimenta tradicional de Lanzarote. Tampoco Ana quiere aclarárnoslo, en vez de eso nos presta libros sobre el tema de las vestimentas tradicionales en Canarias y nos recomienda en libro “Las indumentarias de Lanzarote”, un libro gordo de 600 páginas, que nos señala que el tema que hemos elegido no es del todo fácil.

 

En nuestra búsqueda de información fuimos viendo, una y otra vez, que también para los habitantes de Canarias la función principal de la ropa era la de proteger el cuerpo. Y los majos y majas, los antiguos pobladores de Lanzarote, llevaban seguro una vestimenta muy parecida a la de los habitantes de África y Europa. Los materiales que utilizaban dependían del clima y de las actividades que llevara a cabo cada grupo. Así se cubrían con pieles, cortezas, plumas, lino y lana, en fin, lo que hubiera disponible y cumpliera la función deseada.

 

El acto de utilizar la ropa como elemento de distinción, es decir emplear una indumentaria acompañada de accesorios, a veces incluso incómodos, para mostrar una apariencia determinada o señalar la pertenencia a un grupo determinado, llegó más tarde, cuando llegaron a las Islas Canarias los colonizadores, descubridores y comerciantes. Pronto los canarios tomaron recorte de las vestimentas con que iban ataviados los colonizadores y demás personas que fueron llegando, y al igual que ellos comenzaron a utilizar la ropa con una función de distinción, para señalar diferencias de naturaleza mágica, religiosa o étnica, o simplemente estética. A partir de entonces la vestimenta se utilizó también para indicar la pertenencia a un determinado grupo o clase dentro de la sociedad, o para vestirse con mayor distinción que los rivales.

 

Así podemos decir que la indumentaria tradicional no es más que ropa, y que hoy en día, al igual que en la antigüedad, refleja las condiciones de vida de quien la lleva. Normalmente asociamos el concepto de vestimenta tradicional a fiestas populares o a actuaciones de grupos folclóricos. Y no entendemos que un punki vestido de negro y lleno de piercings y tatuajes, o una chica de 17 años que lleva un top corto y unos pantalones a la cadera, que dejan a la vista un tatuaje tribal en la parte baja de la espalda, también pertenecen a una forma de vestir determinada y que al igual que los colonizadores y otras personas de fuera que vinieron a las islas hace cientos de años, también contagian a los habitantes de Canarias con su moda. Pero si se observa con atención se ve que hace tiempo que se han puesto por delante de la moda canaria. Y en la actualidad, como hace cientos de años, los lanzaroteños varían la moda de aquellos que llegan a la isla desde fuera, y hoy, al igual que entonces, no necesariamente a su favor.

Imagínense lo extraños que resultaban a los canarios aquellos ceñidos pantalones hasta la rodilla (haut-de-chasse) que llevaban sus colonizadores, en tiempos en los que acababan de dejar de lado las túnicas y en los que se vestían con unas casacas, que en Europa se llamaban casacas de campesinos. Estas les llegaban hasta las rodillas y estaban hechas de lana y alguna quizás de algodón. La introducción del pantalón en el continente europeo suponía en aquellos tiempos la mayor revolución del primer milenio en el campo de la vestimenta, y los aristócratas y poderosos consideraban esta prenda como poco apropiada para los miembros de su clase social.

 

Solo podemos suponer qué aspecto presentaba la vestimenta del antiguo lanzaroteño. Lo que es seguro, es que en los siglos venideros los trajes que llevaban los colonizadores y otros intrusos, y por supuesto lo de las mujeres de estos, causaron gran sensación entre los isleños y, aquellos que podían permitírselo, copiaban la moda de la aristocracia y la clase media europea.

 

En aquellos tiempos no había sitio para un estilo como el grunge de nuestra época, los seguidores de este estilo se diferencian del resto del mundo vistiéndose de manera descuidada y desgarbada. La mayoría de los isleños ya habían pasado bastante tiempo vestidos con harapos sucios y mal olientes, y la llegada de los colonizadores con sus finas calzas y de la mano de sus elegantes mujeres, que vestían espesas togas e impresionantes sombreros, les abrió nuevas puertas en el campo de la moda. Y así el pueblo canario, aunque con un retraso considerable, comenzó como lo habían hecho el resto de los europeos, a imitar y reinterpretar las vestimentas de la aristocracia y la clase media. Y en algún momento de aquella época nació la vestimenta tradicional lanzaroteña.

 

Aquellos que podían permitírselo utilizaban, al menos para elaborar las ropas de los domingos y días de fiesta, caras telas orientales, seda, algodón o muselina, y con el fin de conservar también la posición y dignidad dentro de la sociedad, para el día a día se empleaban como poco algodón o lana. Cuanta más tela se empleara para hacer un traje o una falda, más complicada era también su elaboración, y mayor la variedad de colores y muestras, así resultaba más fácil distinguirse del resto y reconocer a los suyos.

 

Los ricos y poderosos intentaban por todos los medios que la “plebe” no se vistiera como ellos y en vano inventaron prohibiciones y reglas para preservar algunos aspectos de vestimenta y comportamiento. Hoy en día nadie permitiría que se le prohibiera llevar un color y el clero no solo ha perdido el derecho de ser ellos los únicos en utilizar el violeta, sino que además les resulta difícil convertir en norma que las mujeres tengan que llevar pañuelos en la iglesia. Ya pasaron los tiempos en los que los pobres imitaban la moda de los ricos. Hoy en día los ricos van por ahí con pantalones rajados, y los ejemplos de moda que siguen los jóvenes andan por algún lugar entre el Bronx y Tokio y se dedican a dar gritos sobre un escenario vestidos con unos pantalones mega cortos y un sujetador.

 

Actualmente la rueda de la moda está girando a velocidades exorbitantes, y es posible que mañana nos paseemos por ahí en pijama a rayas solo porque a causa de una borrachera Tom Cruise u otra súper estrella haya ido al supermercado con esta vestimenta. Seguro que las zapatillas a juego las encontraríamos en cualquier escaparate.

 

Dejando las bromas a un lado: volvamos sobre las huellas de la vestimenta tradicional de lanzarote en el paso del tiempo.

 

Como ya habíamos dicho antes parece que el primer cambio sustancial en la “moda” de los habitantes “primitivos” de las Islas Canarias se dio al final de la época de conquista normanda. A finales de la Edad Media los majos empezaron a deshacerse de sus ropas de piel, con paso lento pero seguro. Lo que estaba “de moda” a partir de ese momento era lo que llevaban los señores y señoras de la Península, y lo que allí estaba en auge era el estilo de vestimenta de la monarquía franco-borbónica, con un toque de fineza italiana. A esto se unió, en el siglo XV, una importante influencia morisca.

 

A diferencia de lo que ocurrió en el resto de las Islas Canarias, en Lanzarote la moda vino muy influida por la presencia de esclavos africanos. Eran muchos los esclavos que se mantenían y con los que se comerciaba en esta isla, e incluso hubo tiempos en los que estos suponían tres cuartos de la población. Los musulmanes que se encontraban entre ellos daban muestra de su creencia religiosa con turbantes o fez, sables y túnica, había algún lanzaroteño que encontraba esto chic y copiaba algún que otro detalle. Esta influencia persistió más tiempo en Lanzarote que en la Península, pues a principios del siglo XVII Felipe III se encargó de expulsar a todas las personas de creencia musulmana. Por cierto: en aquellos tiempos eran más bien los hombres los que tomaban detalles del estilo de los extraños, las mujeres mantuvieron, o tuvieron que mantener durante más tiempo su indumentaria tradicional. Los elementos principales de la moda española de la época eran: una gran variedad de mantos, que las mujeres llevaban sobre la cabeza y las capas para los hombres. Durante los siglos XVI y XVII fueron llegando más y más influencias a Lanzarote, y tanto mujeres como hombres fueron cambiando su moda tomando estilos de otras partes del mundo, ya fuera Inglaterra, Francia o España. Hasta que a principios del siglo XVIII los Borbones tomaron el trono e introdujeron la moda francesa en España. En la corte se llevaba ahora la casaca, una especie de frac, que se llevaba con algo parecido a unas medias, que hoy se llamarían pantys. Las mujeres llevaban largas y voluminosas faldas y acentuaban su cintura.

 

La moda francesa se consideraba elegante y a los españoles les gustaba seguir el estilo de su rey francófilo, no obstante, había un par de detalles de los que no querían deshacerse: el sombrero de ala ancha y la adorada capa larga. Carlos III consideraba que estas reliquias estaban totalmente pasadas de moda y estableció que su pueblo llevara el sombrero francés de tres picos para cubrir la cabeza, en combinación con la capa corta francesa. Quien no siguiera estas pautas podía ser sancionado y enviado a la cárcel. Supuestamente esta vestimenta servía para evitar que los delincuentes pudieran perpetrar sus delitos camuflados al abrigo de este ropaje. Lo que en realidad pretendía Carlos III con la prohibición de una vestimenta que el resto de Europa consideraba pasada de moda era dar una imagen de progreso social. Muchos componentes de la aristocracia española se adaptaron al estilo establecido, mientras otros se aferraban fuertemente a las antiguas formas, ideales que manifestaban también a través de la vestimenta. Trece días después de la prohibición, los madrileños decidieron revelarse y es cuando tuvo lugar el Motín de Esquilache o revuelta de capas y sombreros, que comenzó en Madrid y se extendió por toda España. Se estima que participaron alrededor de 50.000 personas, que se manifestaban en contra de la regulación de la vestimenta que el Marqués de Esquilache, persona de absoluta confianza del rey, trataba de imponer. Con la revuelta y gritos de “¡Muera Esquilache!” y “Muera el mal gobierno” los manifestantes lograron el exilio forzado de Esquilache y la partida temporal del rey a Aranjuez.

 

También la clase alta lanzaroteña reivindicaba, en parte con mayor vehemencia que los peninsulares, la conservación del uso del sombrero de ala ancha y de la capa larga, y aquí, al igual que en la península, la prohibición de estos sirvió para que el pueblo diera aún más importancia a la conservación de sus tradiciones.

 

Sin embargo las influencias de la “globalización” y próxima industrialización (derivadas del comercio de mercancías entre las islas y los continentes europeo y africano) se fueron sintiendo cada vez con más fuerza. En el siglo XVII la economía lanzaroteña se basaba en el comercio con barrilla, aguardiente, cochinilla, cebollas, papas, vino y pescado, y en Arrecife se establecían negociantes que impulsaban el comercio, que venían de Inglaterra, Portugal, España y África y animaban a los habitantes a crear una variada mezcla de moda, que se encargaría de impresionar a más de un comerciante inglés o español.

 

Parece ser que esta diversidad desapareció durante los siglos XVIII y XIX, cuando se empezaron a tejer telas con máquinas y a fabricar ropa de confección, para todos igual, en todas las tallas. Desaparecieron las modas regionales. Lo que ahora se llevaba se encontraba en la prensa y se importaba de las metrópolis de la moda inglesas y francesas. A mitades del siglo XX ya no existían telas tejidas a mano, y los lanzaroteños, exceptuando algunos viejos que se vestían con ropas “pasadas de moda”, iban todos muy “modernos”.

 

Así hoy la vestimenta tradicional lanzaroteña encierra ecos de las más distintas épocas, principalmente de la moda que se llevaba cuando en Alemania se daban los tiempos del Bierdermeier, tiempos en los que estaban de moda las faldas largas que se combinaban con prendas que acentuaran la cintura. Los gorros, atados debajo de la barbilla, que iban con este tipo de moda solo los utilizaron los campesinos, los más “finos” preferían cubrirse la cabeza con un pañuelo y encima un sombrero, algo que estaba de moda en la antigüedad. Para los hombres la vestimenta “elegante” parece basarse en modas aún más antiguas, como el pantalón corto que se llevaba en el siglo XV, en cuanto a las gorras de los hombres, parece que se encuentran influencias del tricornio francés.

En cada uno de los detalles se encuentran influencias de diferentes épocas. Es una mezcla, llevada por una visión “romántica” de tradición. Y así la indumentaria tradicional es la repetición y unión de modas de épocas pasadas en una sola vestimenta. Y si las tradiciones y la artesanía siguen con vida, se pueden ir añadiendo nuevos elementos. Como ocurre con las creaciones de la diseñadora alemana Lola Paltinger, que crea extravagantes versiones del traje tradicional tirolés, que son muy apreciadas en la escena chic de Munich, mientras el resto de la población frunce el ceño al verlos… ¿de que nos damos cuenta? ¡Todo es cuestión de gusto!

 

Fuentes y fotos:
Las Indumentarias De Lanzarote von Ricardo Reguera Ramírez, 2006,
I.S.B.N. 978-84-690-4397-4.
Las Indumentarias Tradicionales De Canarias, Juan de la Cruz, 2002,
I.S.B.N. 84-7926-388-1.

Vestimenta Tradicional de Lanzarote en los siglos XVIII y XIX,
Herausgegeben vom Cabildo Lanzarote unter Mitwirkung der Asociación Coros y  Danzas Arrecife.
I.S.B.N. 84-87021-82-4.

 



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