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Lokales

Die Leiden des jungen C.
oder warum ein "Ironman" seinen Namen verdient

Von: Diogenes von der Töss


Lanzarote, Ironman Lanzarote, Club la Santa, Triathlon, Vulkaninsel, Schwimmen, Radfahren, Laufen
Ein Ironman muss einiges aushalten: Lanzarote37° begleitete einen Teilnehmer des Triathlon bei seiner Leidenstour über die Vulkanisnel Lanzarote.


Mit Magenkrämpfen auf dem Fahrradsattel


Carlos nach dem Schwimmen


Marathon mit lautstarker Unterstützung


Zieleinlauf mit Sohn Celio-Elias


Carlos im Ziel mit Familie


Jedes Jahr im Mai wird der „berühmt-berüchtigte“ Lanzarote-Ironman ausgetragen. Die Königsdisziplin des Ausdauersports stellt höchste Anforderungen an Körper und Geist der Sportler. An diesem „härtesten Ironman der Welt“, wie er wegen der klimatischen und geographischen Beschaffenheiten auf der Insel gerne betitelt wird, nehmen nicht nur professionelle Leistungssportler teil, der Wettkampf zieht vielmehr auch viele Amateure in seinen Bann. Lanzarote37º hat Carlos Javier Bada Oñaderra, einen ambitionierten Freizeit-Ausdauersportler, bei seiner 5. Wettkampf-Teilnahme beobachtet, mit ihm gekämpft und „gelitten“.

Von Diogenes von der Töss

Carlos hatte eine unruhige Nacht vor dem Start. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass am nächsten Tag zehn und mehr Stunden ohne Pause Schwimmen, Radfahren und Laufen angesagt sind, alleine, hungrig und Wind und Wetter trotzend. Wer kann da schon gut schlafen?
Aufstehen weit vor Morgengrauen. Die erste Disziplin des Wettkampfes, 3,8 Kilometer Schwimmen, wird in Puerto del Carmen noch vor Sonnenaufgang gestartet – und viele der Teilnehmer werden das Ziel auch erst wieder bei Dunkelheit erreichen.
Hinein ins Meerwasser. Zusammen mit rund 1200 anderen Teilnehmern. Da kann es eng werden. Wer den Start von Ferne betrachtet, sieht einen einzigen „kochenden“ Ozean.
Carlos steigt nach einer Stunde und 25 Minuten aus dem Wasser, joggt durch die Dusche, zieht den Neopren-Anzug aus und steigt auf sein Rennrad.
Bis hierhin ist alles gut. Die Beine sind leicht, die Aussicht auf rund acht Stunden auf dem Fahrrad zwar nicht gerade verlockend – aber schließlich klebt das Foto von seinem kleinen Sohn auf dem Lenker und das gibt Auftrieb.
Wenn da nicht die Bauchschmerzen wären, die ab Kilometer zehn, schon vor dem gefürchteten Anstieg in die Feuerberge, immer stärker werden. Rund um Timanfaya weht der Wind heftig. Mit dem Rumoren im Bauch ist an Nahrungsaufnahme nicht zu denken. Also trinken, so gut es geht. Der Hunger wird schlimmer, der Fahrradsattel unbequemer, erste Gedanken ans Aufgeben. Nein, wenigstens noch bis La Santa durchhalten und nicht mitten auf der Straße schlapp machen, beschreibt Carlos seine Gedanken in jenem Moment.
La Santa wird schmerzvoll passiert, dann geht es mit dem Teilnehmerfeld hinauf nach Soo undweiter nach Famara. Carlos hat nicht aufgegeben. Bis jetzt. An der Verpflegungsstation ein kurzer Stopp. Weitermachen. Teilweise im Tempo eines Familienausfluges, aber es geht voran. Teguise, Los Valles, Haría. Jeder der rund 2600 Höhenmeter, die auf der Fahrradstrecke zu überwinden sind, zieht gemein durch die Muskeln. Das Gefühl im Bauch hat sich ein bisschen gebessert. An der nächsten Verpflegungsstation wartet eine Geheimwaffe – bei vier Ironman-Wettkämpfen zuvor erprobt: selbstgeschmierte Käsebrötchen. Und dennoch: Jede weitere Radumdrehung verlangt dem Freizeitsportler eine fast unmenschliche Energieleistung ab. Ein Teilnehmer nach dem anderen überholt ihn, der böse Aufstieg rund um den Monte Corona und zum Mirador del Río weckt noch einmal die Lust aufzugeben.
Schon jetzt ist klar: Das wird in diesem Jahr keine Bestzeit, keine „gute“ Platzierung. Das Ziel kann nur noch lauten: ankommen.
In den Jahren zuvor hat Carlos trainiert, einige tausend Kilometer auf dem Fahrrad. In diesem Jahr ist er aus Zeitmangel fast nur gelaufen. Das fehlende Training merkt er nach 150 Kilometern im Hintern, im Rücken und in jeder Muskelfaser. Vor dem Laufen ist ihm nicht bange, wenn nur bitte endlich die Quälerei auf dem Folterwerkzeug namens Rennrad vorbei wäre… Also: Weitermachen. Fast schon allein auf der Straße. Ab und zu ein banger Blick nach hinten – wann kommt wohl der „Besenwagen“, die Polizei-Eskorte für den letzten Teilnehmer im Feld? Diesen Anblick gilt es zu vermeiden.
Der letzte Abschnitt: von Tías nach Puerto del Carmen. Geschafft! Schnell runter vom Fahrradsattel, Carlos „Heimat“ seit acht Stunden und elf Minuten. Aber was heißt schon „geschafft“, wenn nun noch 42 Kilometer Laufen und Joggen auf die müden Beine wartet? Vier Stunden wären eine passable Zeit für einen Marathon. Heute werden es sicher einige „ganz lange“ Minuten mehr. Die Ersten, die Besten, die Ironman-Profis sind zu diesem Zeitpunkt schon im Ziel, lassen sich massieren, feiern, verwöhnen. Besser nicht daran denken und ab auf die Avenida de las Playas.
Am ersten Verpflegungsstand Hunger und Durst stillen. Der Bauch hat sich beruhigt. Gott sei Dank. Weiterlaufen. Durch das Spalier der rufenden und winkenden Zuschauer, die es sich an der Rennstrecke bequem machen dürfen. Immerhin, das Anfeuern gibt Auftrieb. Zähne zusammenbeißen, manchmal in lockeren Trab verfallen, die Zeit spielt heute keine Rolle. Der fünfte Ironman ist es für Carlos, und eigentlich wollte er jedes Jahr ein bisschen schneller sein: Dreizehn Stunden, vielleicht zwölf. Heute werden es am Schluss fünfzehn Stunden und vierzehn Minuten sein.
Ein paar Meter vor dem Zieleinlauf, es ist bald schon Mitternacht, kommt der lang ersehnte Augenblick: Carlos nimmt Söhnchen Celio-Elias auf die Arme, läuft mit ihm die letzten Meter bis ins Ziel mit Gänsehaut, Stolz, Freudentränen und  Erleichterung. Dann das Zielband, ein Foto, die Medaille und ein Kuss von der ebenfalls arg gebeutelten Freundin. Auch sie hat gelitten, oft auf der Strecke nicht gewusst, ob ihr Carlos überhaupt noch dabei ist. Hatte Telefonkonferenzen mit Freunden an der Strecke geführt, um herauszubekommen, wo ihr „Eisenmann“ gerade steckt.
Aber jetzt hat er alles hinter sich! „Dabeisein ist alles“ heißt das olympische Motto. Beim Ironman ist das noch ein bisschen anders: „Ankommen heißt Siegen“. Ein Sieg über sich selbst, über Wind und Wetter, über die vielen inneren Schweinehunde, die sich während vielstündiger Tortur in Körper und Geist rege tummeln.
Und jetzt: Nie wieder Ironman? Heute bestimmt nicht, morgen auch noch nicht, aber eine Woche später würde sich Carlos sicher schon wieder anmelden wollen. Ausdauersport kann süchtig machen ...
Carlos Javier Bada Oñaderra hat seinen 5. Ironman-Wettbewerb auf Lanzarote durchgehalten. Er landete nach 15 Stunden und 14 Minuten Gesamtzeit auf dem 985. Platz, bei 1256 Teilnehmern. Der Sieger des diesjährigen Ironman Lanzarote benötigte 8 Stunden und 59 Minuten. Der letzte Teilnehmer bei den Männern kam nach 16:54 Stunden ins Ziel. Carlos’ „Bestzeit“ aus 2006 liegt bei 13:38 Stunden. Vom „Club la Santa“ wurde er  für seine 5. Teilnahme zusätzlich geehrt.

(07/08 No. 24)



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