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Wissenswertes

Die Jameos del Agua – ein Fenster in die Tiefsee

Von: Professor Horst Wilkens und Dr. Ulrike Strecker






Ein Höhlenschwimmer, der Urkrebs aus dem Lavatunnel.


Der blinde , weiße Höhlenkrebs „Munidopsis polymorpha“.


Eine alte Windmühle, die Meerwasser aus einem Brunnen pumpt.


Diese Ankerwinde gehört zur kunstvollen Ausgestaltung der Jameos del Agua.


Die Erforschung der Biologie und der Tierwelt der Jameos del Agua erfolgte vor allem durch zwei Wissenschaftler der Universität Hamburg, meinem Kollegen Jakob Parzefall und mir. Wir fanden heraus, dass die weißen Krebse bei weitem nicht die einzigen Bewohner der Jameos del Agua waren. Im Laufe der Zeit wurden weitere zehn Arten von Krebsen und Würmern - darunter wiederum verschiedene ohne Augen und Pigmentierung – erstmalig gesammelt und wissenschaftlich beschrieben.

 

Die meisten dieser Tiere haben wiederum ihre näheren Verwandten in der Tiefsee. Darüber hinaus ergab die Untersuchung der meerwasserhaltigen Brunnen der Insel Lanzarote, dass alle diese Arten dort vorkommen, also auch außerhalb der Jameos del Agua. Sie leben in dem mit zahlreichen Spalten durchzogenen Untergrund der Insel, sofern diese Meerwasser enthalten.

Tiefseetiere können in oberflächlichen Zonen leben

Dies belegt, dass bei Vorhandensein bestimmter, für andere Tiere lebensfeindliche Bedingungen Tiefseetiere auch bei geringem Druck in oberflächlichen Zonen existieren können.
Das Wasser in den Jameos del Agua ist salzig, mit dem Meer verbunden und unterliegt somit auch den Gezeitenschwankungen. Es kann nur durch schmale Risse und enge Spalten ins Innere des Tunnels einströmen und wieder hinaus gelangen, deshalb treten die Gezeiten hier zeitlich um ungefähr eine Stunde versetzt auf.

Der Venusgürtel
Ganz selten werden dabei auch Tiere aus dem offenen Meer mit hineingerissen. Bereits W. Harms, der Anfang des 20. Jahrhunderts als erster Biologe die Jameos del Agua aufsuchte, berichtet von einem Venusgürtel, einer schmalen, prächtig irisierenden Rippenqualle, der bei seinem Besuch im Wasser trieb.
Die Erkundung des im Meer gelegenen Túnel de la Atlantida erfolgte erst vor etwa 25 Jahren, durch eine internationale Gruppe von Höhlentauchern. Es war eine aufregende Geschichte, weil der Tunnel wegen des blind geschlossenen Endes nicht einfach durchtaucht werden kann, sondern der gesamte Hinweg über dieselbe Entfernung zurück geschwommen werden muss.

Gefährlicher Tauchgang

Dabei wären um Haaresbreite zwei Taucher tödlich verunglückt. Wegen des Versagens eines Ventils entwich mehr als einen Kilometer vom Einstieg entfernt im Tunnel urplötzlich der Sauerstoff aus der Flasche des einen Tauchers. Die einzige Rettung war, dass sich beide Taucher nunmehr bei dem langen Rückweg zur Einstiegsstelle die Luft einer Flasche teilen mussten. Nur unter großen Mühen erreichten sie wieder den Einstieg, die Atemluft komplett verbraucht, aber ohne gesundheitliche Schäden.

Wundersame Todesahnung?
Jedoch schreibt der zweite Taucher, Sheck Exley, in seinem Buch, dass er diese Rettung auf ein nicht erklärbares Wunder zurückführe. Noch Jahre später rätselte er immer wieder darüber, ob er in Wirklichkeit nicht nur träume, während sein Körper im Túnel de la Atlantida treibe. Vielleicht war dies eine Vorahnung für seinen späteren tragischen Tod bei einem Tauchgang in einer tiefen mexikanischen Höhle, von dem er nicht mehr zurückkehrte.

Wissenschafliche Sensation
Das biologische Ergebnis der Erforschung des Túnel de la Atlantida war jedoch eine wissenschaftliche Sensation: es wurde ein so genannter „Höhlenschwimmer“ entdeckt, eine zu einem völlig neuen Tierstamm gehörige Urkrebsart mit dem wissenschaftlichen Namen Speleonectes. Eine solche Urkrebsart, die sich auffällig von allen heutigen Krebsen durch urtümliche Merkmale unterscheidet, wurde bis dahin erst zweimal auf der ganzen Welt gefunden.
So besitzt dieses ebenfalls augenlose und weiße Tier viele Beine und ähnelt eigentlich viel mehr einem Tausendfüßler als einem Krebs. Aufgrund der Seltenheit dieser Tiere ist es sicherlich nicht verwunderlich, das über dessen Lebensweise wie Ernährung und Fortpflanzung bislang nichts bekannt ist.
Seine nächsten heute lebenden Verwandten finden sich jenseits des Atlantiks und haben sich wahrscheinlich vor vielen Millionen von Jahren von diesen getrennt.

Manriques Einfluss - Das „Naturkunstwerk“
Die Jameos del Agua wurden 1966 von dem bekanntesten Künstler Lanzarotes, César Manrique, gestaltet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Stufen, die die Geröllhalden herab- bzw. auch wieder hinaufführen, lösen die nackten Steinhaufen im Zusammenhang mit der Bepflanzung durch endemische kanarische und tropische Pflanzen in „hängende Garten“ auf.

Die Touristenattraktion unserer Insel
Breite Absätze führen direkt an das Gewässer.  Zudem ermöglicht ein seitlich an die Tunnelwand gelegter Gang die ideale Beobachtung dieses Naturwunders. Die künstliche Illumination und eine dezente musikalische Untermalung gehören zur Gestaltung dieses „Naturkunstwerks“.
Seit der Eröffnung sind Abertausende von Menschen durch diesen Lebensraum gewandert, haben sich an seiner Schönheit mit seinen eindrucksvollen geologischen Formationen erfreut und über die Herkunft der weißen Krebse gerätselt.

Die biologischen Geheimnisse Lanzarotes
Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über die biologischen Geheimnisse der Jameos del Agua, der Insel Lanzarote sowie ihrer Flora und Fauna erfahren möchten, können Sie dies in dem Buch „Lanzarote – Kragentrappen, blinde Krebse und Vulkane“ von Horst Wilkens nachlesen.
Dieses können Sie in folgenden Souvenirshops erwerben:
Montañas del Fuego*, Jameos del Agua*, Jardín de Cactus*, Mirador del Río*, Casa Monumento al Campesino und dem Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya in Tinajo.
Außerdem sind sie im Pardelas Park, Órzola sowie der Clínica Dr. Kunze in Puerto del Carmen und Arrieta erhältlich.
Im Pardelas Park und Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya können Sie zudem noch beeindruckende Tier- und Pflanzenfotos als besondere Postkarten erwerben.
(Bei den mit * markierten Souvenirshops in den Touristenzentren muss Eintritt gezahlt werden.)

(03/07 N°8)



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