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Dienstag, 17. September 2019
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Die Jameos del Agua – ein Fenster in die Tiefsee

Von: Horst Wilkens und Ulrike Strecker









Nachts wirkt der Boden des Höhlengewässers in den Jameos del Agua durch die große Zahl von Krebsen wie ein Sternenhimmel.


Der Eingangsbereich zum Túnel de la Atlantida in den Jameos del Agua ist dekorativ beleuchtet.


Vom Vulkan Monte Corona verläuft der Lavatunnel durch ein ausgedehntes Lavafeld.


Schema des Verlaufs des Lavatunnels


(02/07 N°7) Als Anfang des 20. Jahrhunderts Jürgen W. Harms als erster Biologe die Jameos del Agua aufsuchte, musste er im kleinen Küstenörtchen Arrieta hierzu ein Dromedar besteigen, das ihn über das nahezu weglose „heiße zerklüftete Lavagestein“ ans Ziel trug. Es war nach sechs Kilometern und zwei Stunden Ritt erreicht.

Die Mühsal wurde jedoch belohnt: Nachdem er die Geröllhalde unter den beiden Decken-Einbrüchen, Jameo Chico und Jameo Grande genannt, hinab gestiegen war, blickte er in ein glasklares Gewässer, auf dessen Grund sich im Dämmerlicht Hunderte und Aberhunderte kleiner, weiß leuchtender Krebse der Art Munidopsis polymorpha - den Sternen an einem wolkenlosen Nachthimmel gleich - verteilten.

Er stand vor einem auf der Erde einzigartigen biologischen Phänomen.

 

Teil 1.

Die Jameos del Agua sind ein Teilabschnitt eines der längsten Lavatunnel auf der Erde. Dieser entstand, als vor etwa 5.000 Jahren der westlich hiervon im Landesinneren aufragende Vulkan de la Corona aktiv war und seine Lavamassen bis in den Atlantik flossen. Nachdem die Oberfläche des Lavafeldes, des so genannten Malpaís de la Corona, „gefroren“ war, strömte darunter weiterhin heiße und daher flüssige Lava aus dem Schlot durch den Tunnel ins Meer. Als die Eruptionen schließlich aufhörten, lief der Tunnel leer und zurück blieb die ausgeflossene Röhre. Nur der küstennahe Teil ist mit Meerwasser gefüllt, während die oberhalb gelegenen Abschnitte im Landesinneren nicht geflutet sind. Hiervon und von den interessanten geologischen Formationen kann man sich in der nahe den Jameos del Agua gelegenen gleichfalls kunstvoll erschlossenen Cueva de los Verdes einen guten Eindruck verschaffen.

 

Der Verlauf des Tunnels im Lavafeld zwischen Vulkan und Küste ist noch heute an einer Reihe von Einbrüchen des Tunneldaches zu erkennen, die als Jameos bezeichnet werden. Er zieht über sieben km zur Küste und taucht hier ins Meer. Kurz davor sind die Jameos del Agua gelegen, in deren Tunneldach sich zentral eine kleine Öffnung findet, aus der heißer Wasserdampf hervor schoss, wenn die Lava auf das Meerwasser traf. Als Túnel de la Atlantida verläuft der Lavatunnel in 50 m Tiefe unter dem Meeresboden über weitere 1,4 km in den Atlantik hinein, wo er schließlich blind endet. Den künstlich illuminierten Anfang dieses Abschnittes kann man in den Jameos del Agua im Hintergrund neben der Bar besichtigen.

 

Der nur auf Lanzarote im Meerwasser des Lavatunnels lebende ein bis zwei Zentimeter große Krebs mit dem wissenschaftlichen Namen Munidopsis polymorpha, gehört zu einer Gruppe von Arten, die sonst nur in der Tiefsee vorkommen. Er ist nah verwandt und äußerlich zum Verwechseln ähnlich denjenigen, die von Tieftauchbooten wie „Alwin“ an den heißen Schloten der lichtlosen Tiefseegräben in 2.000 bis 3.000 m Tiefe entdeckt wurden. Durch das Leben in der großen Tiefe bei ewiger Dunkelheit haben sich in Abertausenden von Jahren extreme Veränderungen entwickelt: So reduzierten sich z. B. die dort nutzlos gewordenen Augen und das gleichfalls funktionslose dunkle Pigment. Durch diese Veränderungen ist derartigen Tieren eigentlich der Rückgang zur Wasseroberfläche und zum Licht für immer verwehrt. Durch die fehlenden Augen wären sie bei der Nahrungssuche gegenüber anderen Arten stark benachteiligt. Gleichfalls würden Räuber die auffälligen weißen Tiere sofort bemerken. Umso erstaunlicher ist es, dass man in den Jameos del Agua derartige blinde und farblose Tiere an der Meeresoberfläche erforschen und sogar bequem vom Tisch eines Restaurants aus beobachten kann. Die Jameos del Agua sind somit ein Fenster in die Tiefsee. Obwohl die Krebse blind sind, können sie Lichtreize wahrnehmen. Da sie lichtscheu sind, verkriecht sich ein Teil bei Tag unter Steinen und erst zum Abend und in der Nacht kann man die volle Menge an Krebsen bewundern. Für die Beobachtung sollte möglichst Windstille herrschen, da andernfalls die vom Luftzug gekräuselte Wasseroberfläche die Sicht beeinträchtigt.

 

Das Vorkommen von Munidopsis polymorpha in den Jameos del Agua hat im Grunde mit der geringen Menge Tageslicht zu tun, die begrenzt durch die zwei seitlich hierzu gelegenen Einbrüche auf das Gewässer fällt. Dadurch können die meisten der im Meer typischen Pflanzen, die das Sonnenlicht zur Energiegewinnung benötigen, nicht gedeihen und somit fehlt die Nahrung für andere Tiere, wie Fische, Muscheln, Krebse. Hier im ewigen Dämmerlicht können nur ganz bestimmte spezialisierte Pflanzen ohne größere Lichtansprüche wachsen, die mikroskopisch kleinen Kieselalgen. Sie überziehen die Oberfläche der Steine und Lavabrocken mit bräunlichen Belägen. Beim genauen Hinschauen kann jeder entdecken, wie die Krebse diese mit ihren Scheren abweiden und zum Munde führen. Dabei tasten sie stetig mit ihren langen und sehr dünnen, dem bloßen Auge kaum sichtbaren antennenartigen Fühlern ihre Umgebung ab. Dadurch verhindern sie eine zu enge Annäherung an die in der Nähe befindlichen Artgenossen und es werden Kämpfe untereinander vermieden. Dieses Verhalten führt zu der regelmäßigen Verteilung der Tiere auf dem Gewässergrund.

 

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über die biologischen Geheimnisse der Jameos del Agua, der Insel Lanzarote sowie ihrer Flora und Fauna erfahren möchten, können Sie dies in dem Buch „Lanzarote – Kragentrappen, blinde Krebse und Vulkane“ von Horst Wilkens nachlesen.

Dieses können Sie in folgenden Souvenirshops erwerben: Montañas del Fuego*, Jameos del Agua*, Jardín de Cactus*, Mirador del Río*, Casa Monumento al Campesino und dem Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya in Tinajo. Außerdem sind sie im Pardelas Park, Órzola sowie der Clínica Dr. Kunze in Puerto del Carmen und Arrieta erhältlich.

Im Pardelas Park und Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya können Sie zudem noch beeindruckende Tier- und Pflanzenfotos als besondere Postkarten erwerben.

(Bei den mit * markierten Souvenirshops in den Touristenzentren muss Eintritt gezahlt werden.



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