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Sonntag, 22. September 2019
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Lokales

Der Vulkan Corona
Die Krone des Nordens von Lanzarote

Von: Horst Wilkens und Ulrike Strecker (Text u. Fotos)



Der Krater des Vulkans La Corona überragt kronenartig den Norden.


Streckenweise bilden Sandstrände die Küste des Malpaís de la Corona.


Die Wüstenorchidee (Cistanche phelypaea) wächst im losen Sand an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen.


Samtkopfgrasmücken brüten auf Lanzarote nur in der Nähe des Corona.


Der Lanzarote Natternkopf (Echium lancerottense) blüht in großer Zahl an den Hängen des Corona.


Die größten Exemplare der Atlantik Eidechse (Lacerta atlantica) kann man an den Hängen des Corona beobachten.


Der fiederblättrige Lavendel (Lavandula pinnata) kommt nur auf Lanzarote und Fuerteventura vor.


(11/07 N°16) Der Norden Lanzarotes wird landschaftlich vom Vulkan Monte Corona dominiert. Spätestens nachdem man auf dem Landwege von Süden kommend das Örtchen Guatiza in Richtung Órzola  verlässt oder aber auf der Hochstraße über den Famararücken nordwärts fährt, erblickt man seinen 608 Meter hohen konischen Schutt- und Aschekegel als Hintergrundspanaroma vor den ausgedehnten, der Cochenillezucht dienenden Opuntiengärten bzw. vor dem Palmenstädtchen Haría. Seine Höhe wurde bereits von Alexander von Humboldt  vermessen, als dieser auf seiner „Reise in die Äquinoktialgegenden Amerikas“ sich 1799 auf der Insel La Graciosa aufhielt. Der Vulkan entstand in prähistorischer Zeit vor ca. 3000 bis 5000 Jahren, indem er das Famaramassiv durchbrach. Er ist also älter als die Feuerberge im Süden Lanzarotes, aber viel jünger als das Famaramassiv selbst, das mit über 10 Millionen Jahren zu den ältesten Teilen Lanzarotes gehört. Die aus dem Vulkan hervorströmende glühende Lava floss nur zu einem geringen Teil im Westen am steilen Famarakliff hinab. Die Hauptmasse bewegte sich ostwärts und schob die Küstenlinie zwischen dem heutigen Órzola und Punta Mujeres weit in den Atlantik vor. Dabei entstand eine grandiose Landschaft, die landwirtschaftlich nicht nutzbar ist und daher Malpaís de la Corona, schlechtes Land am Corona, genannt wurde. Geologisch besonders eindrucksvoll und pittoresk ist der nördliche Bereich, den man besichtigen kann, wenn man von Òrzola kommend in Richtung Yé durch das Lavafeld zum Corona hinauffährt. Riesige Gesteinsbrocken, die aus dem Krater herausgeschleudert wurden, liegen hier wie von der Hand eines Riesen wild verstreut im Lavafeld. Einen besonders gewaltigen Brocken kann man bereits auf dem Gelände der Haustier-Granja „Pardelas Park“ kurz nach dem Verlassen von Òrzola besichtigen. Von besonderem farblichem Reiz ist die Küste, an der sich die Wellen des blaugrünen Meeres in weißer Gischt an pechschwarzer Lava brechen.

Eine weitere Bereicherung erfährt das Malpaís dort, wo weiße Strände entstanden sind. Der sie bildende Sand kommt aus dem Meer. Wo durch die Lava flacher Meeresboden entstanden ist, siedeln nämlich Krebse, Muscheln, Schnecken, Seesterne und Seeigel. Ihre in der Brandung auf der harten Lava zerriebenen Schalen und Skelette werden auf den Strand gespült. Von den Arten selbst, die diesen Sand entstehen lassen, kann man sich leicht ein Bild machen, wenn man am Strand die weniger zerstörten Reste der Rückenschulpe von Tintenfischen, Schneckengehäuse oder Muschelschalen aufliest.

Von der Sonne getrocknet wird der so entstandene Sand dann im Einfluss  des stetig wehenden Passatwindes ins Hinterland getrieben und zu gleißend weißen, hohen Dünen im schwarzen Lavafeld aufgetürmt. Aufgefangen wird er von Pflanzen wie Balancón (Traganum moquinii), die dazu verdammt sind, immer weiter in die Höhe zu wachsen, um nicht im Sand begraben zu werden. Dabei kommen ihre Wurzeln in Kontakt mit den Samen eines pflanzlichen Parasiten, der an ihnen schmarotzt. Als einziges Lebenszeichen dieser Art sieht man nur im Frühjahr die prächtig gelben, weithin leuchtenden Blütenstände der Wüsten“orchidee“. Auf Lanzarote findet sich diese seltene Art nur noch an einer einzigen anderen Stelle.

Vom Krater des Corona bis ins Meer hinein durchzieht ein weiteres einzigartiges geologisches Gebilde das Innere des Malpaís de la Corona. Es ist ein haushoher, von außen jedoch unsichtbarer Tunnel, in dem zur Zeit der vulkanischen Aktivität glühende Lava unter der bereits „gefrorenen“ und somit erhärteten Oberfläche des Lavafeldes floss. Nach dem Ende der Eruptionen lief die Röhre leer und es entstand ein lang gestreckter Hohlraum, der in fast vollständiger Länge zu Fuß durchlaufen werden kann. Der Tunnel endet blind 50m unter der Meeresoberfläche und 1500m vor der Küste. Seine Gesteinsdecke ist an mehreren Stellen eingebrochen. Ein derartiger Einbruch wird Jameo genannt. Durch diese Öffnungen kann man noch heute ins Dunkle einsteigen. Die Einwohner Lanzarotes brachten sich hier vor den Piraten und Seeräubern in Sicherheit, die früher immer wieder die Insel überfielen, um Sklaven zu fangen und Beute zu machen. Die geologischen Besonderheiten dieser Unterwelt sind dem Besucher am eindrucksvollsten in der Cueva de los Verdes erschlossen. Hier kann man die wechselnden „Wasserstände“ des Lavaflusses genauso sehen wie an der Decke hängende erhärtete Lavatropfen.

Im Eingangsbereich der Jameos finden Schleiereule, Turmfalke und Felsentaube ihren Brutplatz. Vor allem auf Grund seiner Trockenheit ist der Lavatunnel in seinen weitesten Bereichen biologisch jedoch weniger bedeutsam, obwohl wegen fehlender Erforschung durchaus noch interessante wirbellose Tierarten wie Käfer, Tausendfüssler oder Spinnen vermutet werden können. Von weltweit einzigartiger Bedeutung ist derjenige Tunnelabschnitt, in den vom Meer kommend salziges Wasser eindringt. Hier sind vor allem die Jameos del Agua und der gänzlich im Atlantik gelegene Túnel de la Atlantida zu nennen, in denen verschiedene auch in der Tiefsee beheimatete Wurm- und Krebsarten vorkommen. Berühmt ist der „Jameito“, ein weißer und augenreduzierter Krebs von ca. ein bis zwei cm Länge mit dem wissenschaftlichen Namen Munidopsis polymorpha. Er kommt nur auf Lanzarote vor. In dem Gewässer in den Jameos del Agua tritt der Krebs in so großen Zahlen auf, dass bei abendlichem Besuch der Eindruck entsteht, der Sternenhimmel spiegle sich an der Wasseroberfläche. Cueva de los Verdes und Jameos del Agua wurden von dem international renommierten, aus Lanzarote stammenden Künstler César Manrique eindrucksvoll gestaltet.

Im Gegensatz zu den nahezu vegetationsfreien Feuerbergen wird das etwas ältere Malpaís de la Corona bereits von höheren Gefäßpflanzen besiedelt. Es sind jedoch nur wenige Arten wie die Wolfsmilchgewächse Euphorbia balsamifera (Tabaiba dulce) und E. obtusifolia oder das Rötegewächs Rubia fruticosa, die sich zudem nur vereinzelt entwickeln. Diese bilden eine spärliche Vegetationsdecke, während die teilweise mit Krustenflechten überzogene Lava optisch dominiert.

Total abweichend hiervon verhält sich das Landschaftsbild direkt am Krater des Corona. Vor allem gilt dies für das Frühjahr, weil dann auf Grund der Geländehöhe des Vulkans vom Passat heran gewehte Feuchtigkeit zu Wolken, Nebel und Niederschlägen kondensiert. Will man den Krater erklimmen, hat man den besten Zugang über einen Wirtschaftsweg, der nahe der Kapelle bei Yé beginnt. Er führt zunächst durch ausgedehnte Weingärten und man fühlt bereits den Schwefelgeruch des Vulkankraters in die Nase steigen. Wäre dies nicht eine Täuschung: Es handelt sich lediglich um Schwefel, der dem Schutz der Weinstöcke vor Parasiten dient. Es lohnt sich jedoch, weiter zu wandern. Bereits hier zeigen lang von Feigenbäumen herab hängende Bartflechten an, wie feucht es in diesem Gebiet häufig ist. Schließlich verlässt man die Anbauzone und kommt in die weitgehend vom Menschen unberührten Teile unterhalb des Kraters. Sie sind im Frühjahr mit hellem Blau überzogen, das von einem auf Lanzarote endemischen Natternkopf, Echium lancerottense, herrührt. Auffällig ist auch der gelb blühende Großblättrige Kanarenhahnenfuß (Ranunculus cortusioides). Versteckt in Felsspalten finden sich Sukkulente wie das Fetthennengewächs Umbilicus horizontalis.

Sogar höhere Vegetation wie der strauchartige Kanarenampfer (Rumex lunaria) vermögen hier zu gedeihen. Dies ist von ganz großer Bedeutung für eine Vogelart, die auf Lanzarote auf das Umfeld des Corona beschränkt in ihm ihre Nester errichtet und dort brütet. Es ist die Samtkopfgrasmücke, ein sehr heimlicher Vogel, von dem noch nicht einmal geklärt ist, ob er wie andere Arten auch auf Lanzarote und Fuerteventura eine eigene Unterart bildet. Es ist ein spatzengroßer schieferfarbener Vogel, dessen Kopf dunkelsamtfarben ist. Nur wenige Individuen kommen auf Lanzarote vor.

Wenn man sich zur Rast etwas länger und ruhig im Windschutz einer Mauer nieder lässt, kann man weitere interessante Beobachtungen machen. Sehr bald wird man feststellen, dass das Umfeld lebt. Hier kommen nämlich die größten Eidechsen von Lanzarote vor. Die grünlich gefleckten Männchen der Atlantischen Eidechse (Lacerta atlantica) können bis zu 30cm lang werden. Im Frühjahr sind sie unentwegt auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen und daher etwas unvorsichtiger. Diese ergreifen sie, indem sie mit dem Maul eine Hautfalte im Nacken des Weibchens fassen. Sodann kommt es zur Paarung.

Steht man am Rand des 180m tiefen Kraters des Vulkans, mag man sich nicht vorstellen, was passiert, wenn im selben Moment eine weitere Aktivitätsphase einsetzen würde. Vielleicht sollte man doch besser nicht hinein steigen und lieber den Kolkraben zusehen, die laut rufend in den Aufwinden am Kraterrand kreisen.
Der Vulkan, sowie das ihn umgebende Malpaís de la Corona, hat nach spanischem Gesetz den Schutzstatus eines „Monumento Natural“. Viel zu helfen scheint dies allerdings nicht. Wie zu vernehmen ist, wird der Abbau von Picón zur Abdeckung landwirtschaftlicher Nutzflächen (enarenado artificial) hier am Corona wieder aufgenommen und das harmonische Landschaftsbild des Vulkans somit weiter zerstört.

 

Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über die biologischen Geheimnisse der Insel Lanzarote sowie ihrer Flora und Fauna erfahren möchten, können Sie dies in dem Buch „Lanzarote – Kragentrappen, blinde Krebse und Vulkane“ von Horst Wilkens nachlesen. Dieses Buch gibt es auch in englischer und spanischer Sprache und ist in folgenden Souvenirshops zu erwerben: Montañas del Fuego*, Jameos del Agua*, Jardín de Cactus*, Mirador del Río*, Casa Monumento al Campesino und dem Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya in Tinajo. Außerdem sind diese Bücher im Pardelas Park in Órzola, dem Shop Aha, Casa Santiago in Teguise sowie der Clínica Dr. Kunze in Puerto del Carmen und Arrieta erhältlich. Im Pardelas Park und Besucherzentrum des Nationalparks Timanfaya können Sie zudem noch beeindruckende Tier- und Pflanzenfotos als besondere Postkarten erwerben.(Bei den mit * markierten Souvenirshops in den Touristenzentren muss Eintritt gezahlt werden.)



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