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Lokales

Betreuung von Senioren in Lanzarote unter Beobachtung

Von: Karl Kunze



18.01.2012

Guck mal, du Schwein, ekelhaftes

Der 10. Januar dieses Jahres war ein rabenschwarzer Tag für den Betreiber des Altenheimes „Sol de Otoño“ zwischen Puerto del Carmen und Puerto Calero. In der Nacht zuvor hatte der Sender Canal  Cuatro eine Sendung ausgestrahlt, in der, angeblich mit einer versteckten Handkamera gemachte, Bilder auftauchten, die die Zustände in diesem Heim zutage förderten (http://www.mitele.es/programas-tv/diario-de/temporada-1/programa-100/).
In diesem Video sagte eine Pflegekraft beispielsweise zu einer Bewohnerin: „Was bist du denn für eine Scheißerin. Guck, was du gemacht hast …verdammt. Guck mal, du Schwein, du ekelhaftes. (Qué cagona la tía. Mira lo que echaste, coño. Mira, cochina, asquerosa.) Für jemand anderen, der sich beschwert, hat man nur „Halt die Schnauze” übrig. Einer Bewohnerin droht man, sie komplett in die Waschmaschine zu stecken. Laut dem Kommentar zu diesen Bildern war es üblich, Patienten zu fixieren. Was als kurzfristige Maßnahme sicherlich ab und zu sinnvoll ist, ist als Dauermaßnahme nicht zulässig und sollte dann auch nur mit zugelassenen, „homologisierten“ Gurten stattfinden. Die in dem dortigen Heim verwendeten wurden von einem Fachmann als „mittelalterlich“ und sogar gefährlich deklariert. Man sieht weiterhin total verkotete Windeln, die mit großer Sicherheit schon seit Tagen nicht gewechselt wurden. Ein Bewohner erbrach sich und verlor komplett das Bewusstsein, ohne dass man einen Arzt holte.


Gib dem mal fünf oder zehn Tropfen


 Was die Medikation mit Neuroleptika angeht, also hochwirksamen Medikamenten, deren Dosierung äußerst genau sein sollte, so hört man die Anweisung an einen Praktikanten, man solle einem Bewohner fünf oder zehn (!) Tropfen geben, ebenso einem anderen, der gar nicht auf der ärztlich angeordneten Liste für dieses Medikament steht. Auch in Spanien dürfen Medikamente nur von autorisiertem Personal  vergeben werden. Um die dritten Zähne zu reinigen, wurde angeblich immer die gleiche Bürste benutzt. Denjenigen, die nicht normal kauen konnten, wurden die Speisen mit einer Spritze eingeflößt, was an sich schon eine sehr zweifelhafte Methode darstellt, hier aber dadurch verschlimmert wurde, dass man für mehrere Bewohner angeblich die gleiche Spritze verwendete. Als der schon  erwähnte Praktikant, der diese von ihm gemachten Bilder dem Sender Canal Cuatro zur Verfügung stellte und dann auch Anzeige erstattete, einen Arzt holen wollte, weil jemand kaum noch atmete, wurde ihm gesagt, das sei nicht nötig, es handele sich sicherlich nur um einen Blutdruckabfall, einen Präinfarkt oder eine Thrombose. Man sieht, wie der Patient Schläge mitten ins Gesicht erhält, um ihn wieder aufzuwecken. Am gleichen, laut Aussage des Direktors folgenden Tag, stirbt ein anderer Bewohner. Hier holte man nun den Arzt, allerdings nur noch, um dessen Tod zu attestieren.


Hier scherzt man viel mit den Opis und Omis

Der Direktor des Heimes, der einen Titel als „Hilfskraft der Geriatrie“ aus Argentinien mitgebracht hatte,  aber sich diesen nicht für Spanien hatte anerkennen lassen, sagte der am 10. Januar reichlich versammelten Presse, dass das mit den Beleidigungen wie „Scheißerin“ und „Schwein“ doch nicht so gemeint sei. Das seien doch Scherze. „Hier scherzt man viel mit den Opis und Omis, denn das sind Frauen, die sind schon viele Jahre hier und scherzen so mit denen.“ Die Fixierungen seien keine solchen, sondern nur unterstützende Maßnahmen, damit die Patienten nicht fallen. Das wollten sogar die Familienangehörigen so. Die Windeln würden gewechselt, die Medikation würde durch einen Arzt festgelegt und die Spritzen gewechselt. Man hätte auch eine Ambulanz verständigt im Falle des Patienten mit dem angeblich niedrigen Blutdruck. Die hätte dann festgestellt, dass es ihm gut gehe, und sei danach abgezogen. Das mit dem Todesfall danach sei reiner Zufall.


„Schwein“ ist doch ganz normal

La Voz de Lanzarote trug für seine Ausgabe vom 13. Januar einige Stimmen für die Kommentierung des Falles zusammen. Abgesehen von ehemaligen Mitarbeitern, vom Direktor des Hospital Insular und dem die Anzeige lancierenden Praktikanten, die alle noch weitere belastende Aussagen machten, kamen auch die Angehörigen der Bewohner zu Wort, von denen die meisten das Heim und ihren Direktor verteidigten. Sie halten die Bilder für manipuliert und sind sehr zufrieden mit der Heimführung. Begriffe wie „Scheißerin“, „Schwein“ usw. seien einfach normale Ausdrucksweisen („es la manera de hablar“), das hätte nichts Despektierliches, so die Tochter einer Bewohnerin. Die Mehrzahl der Familienangehörigen möchte ihre Angehörigen in der Residenz lassen. Das wird allerdings wahrscheinlich nicht mehr möglich sein. Das Bürgermeisteramt in Tías hatte schon am gleichen Tag beschlossen, das Heim mit einem sogenannten „Precinto“ zu versehen, also einer  „Versiegelung“. Dieser Beschluss beruht allerdings auf der Tatsache der fehlenden Lizenz und einem nicht mehr anfechtbaren Gerichtsbeschluss von 2011.  Der Sozialbeauftragte der Inselregierung (Cabildo), Marci Acuña, konnte nichts über die im Sender behauptete Illegalität der Residenz sagen, weil das Cabildo nur seine Residenzen verwalte und die privaten der Regierung der Kanaren unterständen. Die hatte aber schon 2007 „entdeckt“, dass die Residenz ohne Lizenz dastand. Es folgte die Anordnung, sie zu schließen, was mit einer Anfechtung seitens der Heimleitung  beantwortet wurde. 2009 folgte ein Urteil seitens eines kanarischen Gerichtes, das die Haltung der Regierung bestätigte. Wieder folgte ein Einspruch, der im November 2011 zurückgewiesen wurde. Jetzt endlich hätte man das Heim schließen müssen – aber nichts geschah. Die zuständige Ministerin Inés Rojas meinte, sie kenne noch nicht im Detail, warum man die Lizenz verweigert hätte. Manchmal ist es so, „weil bestimmte Maße nicht erfüllt wurden, zum Beispiel im Bad, oder so was. Ob das Bad das (erforderliche) Maß hat oder nicht, hat nichts mit der Qualität zu tun, aber man muss eben die Normen erfüllen.“ In der vergangenen Legislaturperiode hätte man 12 oder 15 solcher Zentren geschlossen, und auch diese Schließung wäre ohne Aufmerksamkeit zu erregen geschehen, wenn da jetzt nicht diese Bilder wären.


Wohin mit den Alten?

Auf eine Nachfrage von La Voz hin sagte der Heimleiter am 16. Januar, dass das Haus geschlossen sei. Nichtsdestoweniger lebe noch der größte Teil der Bewohner dort. Wie viele schon gegangen sind, wolle er nicht sagen. Verständlich, dass er nicht mehr mit den Medien redet, besonders nach seiner Anklage durch die Guardia Civil vom Freitag zuvor. Diese lautet auf einen vermutlichen Verstoß gegen die „integridad moral“( so etwas wie „Anstand und Moral“).  Auch Marci Acuña wusste nicht, wie viele Personen noch in der Residenz wohnen. Wohin mit dem nicht näher bestimmten Rest, war ihm auch unklar. Insgesamt waren es 27 Personen, die dort lebten, nur zwei von ihnen wurden direkt nach der Sendung von Familienangehörigen nach Hause geholt. Elf freie, private Plätze gebe es noch auf der Insel, so Acuña. Selbst, wenn man diese komplett auffüllte, blieben immer noch 14 alte Menschen ohne Behausung. Zwei oder drei von ihnen könnten in einer öffentlichen Einrichtung unterkommen, wenn denn ein Platz frei würde. Aber nur die, die schon auf einer Warteliste stünden und dort einen der vorderen Plätze errungen hätten. Als allerletzte Option bliebe dann nur noch übrig, dass die Familien sie wieder aufnähmen, aber das sei wirklich nur die letzte Möglichkeit, weil die Familien gerade durch ihre Bereitschaft, für die Unterbringung Geld aufzubringen, deutlich gemacht hätten, dass es für sie nicht möglich sei, ihre Angehörigen zu pflegen.

 



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