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Wissenswertes

Besondere Wintergäste auf Lanzarote:
Zugvögel aus der Kälte

Von: Horst Wilkens und Ulrike Strecker


Seidenreiher, naturalanza.com, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Der Seidenreiher hebt sich durch seine auffallend weiße Farbe von der schwarzen Lava ab. Wenn man Glück hat, und er am Ufer steht, kann man seine auffälligen gelben Füße bewundern. Er verbringt den Winter auch an den Küsten Lanzarotes. Seine Brutgebiete liegen im südlichen Europa. Foto: ©Ulrike Strecker/www.naturalanza.com

Gebirgsstelze, Bergstelze, naturalanza.com, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Die unterseits leuchtend gelbe Gebirgsstelze oder der Bergstelze brütet in ganz Europa an schnell fließenden Gewässern. Auffallend ist außerdem ihr langer Schwanz, den sie ständig wippend bewegt. Foto: ©Ulrike Strecker/www.naturalanza.com

Flamingo, naturalanza.com, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Ganz selten kann man einen Rosaflamingo in der Laguna de Janubio beobachten. Nur hier finden die Tiere genügend Plankton, dass sie mit ihrem stark nach unten gekrümmten Schnabel aus dem Wasser seihen. Foto: ©Ulrike Strecker/www.naturalanza.com

Steinwälzer, naturalanza.com, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Steinwälzer sind Zugvögel aus dem Norden Europas. Sie sind häufig in kleinen Trupps an den Küsten Lanzarotes zu beobachten, wo sie kleine Steine und Schlickplättchen umdrehen, um nach Nahrung zu suchen. Einzelne Männchen tragen noch das sommerliche Prachtkleid. Foto: ©Ulrike Strecker/www.naturalanza.com

Trauerschnäpper, naturalanza.com, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Der Trauerschnäpper gehört zur Familie der Fliegenschnäpper, eine Singvogelart, die von einer Sitzwarte aus vorbei fliegende Insekten in der Luft erbeutet. Seine weißen Flügelflecken fallen besonders auf, wenn er sein charakteristisches Flügelzucken zeigt. Sein Brutgebiet erstreckt sich über Nord- und Mitteleuropa und Spanien. Foto: ©Ulrike Strecker/www.naturalanza.com


25.06.2012 Herbst und Winter sind auf Lanzarote eine besondere Zeit. Jetzt kommen nicht nur menschliche Überwinterer, die der Kälte, der Dunkelheit sowie Regen und Schnee in Nord- und Mitteleuropa zu entfliehen suchen. Vielmehr kann man plötzlich auch Vögel beobachten, die auf der Insel weder brüten noch permanent leben. Da kann es schon passieren, dass selbst der Natur nahe stehende Freunde plötzlich den Ruf ausstoßen: „Was ist denn das für ein großer grauer Vogel?“, wenn sie einen Graureiher mit fast zwei Metern Flügelspannweite und schwerem Flügelschlag durch einen Barranco ziehen sehen

 

Lanzarote liegt am äußersten Westrand des Flugweges einer großen Zahl von Vogelarten aus ihren nord- und mitteleuropäischen sowie nordasiatischen Brutgebieten in die west- und südafrikanischen Winterquartiere. Während der Großteil der Zugvögel über die Meerenge von Gibraltar zieht, verlässt ein anderer Teil die Iberische Halbinsel weiter westlich hiervon und fliegt über das offene Meer. Lanzarote, als nördlichste Insel der Kanaren, ist das erste Land auf dieser Zugroute. Als Besonderheit finden sich auch immer wieder einzelne Individuen nordamerikanischer Arten in Lanzarote ein.
Besonders gut ist das Phänomen des Vogelzuges an den Küsten Lanzarotes zu beobachten. Hier sucht ein großer schneeweißer Vogel inmitten von Felsen in der Gezeitenzone seine Nahrung. Aufgrund seiner Farbe steht er auffällig im Kontrast zur schwarzen Lava und ist somit von weit sichtbar. Es ist der grazile Seidenreiher, der seine Brutgebiete in Südeuropa hat. Gelingt es, ihm etwas näher zu kommen, so sieht man, dass seine Füße gelb gefärbt sind und sich von den dunklen Beinen daher farblich absetzen. Er unterscheidet sich damit deutlich von den praktisch niemals am Küstenrand auftretenden gedrungener gebauten Kuhreihern, die überall auf Lanzarote im Binnenland meist in Begleitung der Ziegenherden angetroffen werden können und in Arrecife brüten. Ebenso auffällig, wie es optisch die weißen Seidenreiher sind, ist das an felsigen Küsten zu hörende melodische helle Trillern des Regenbrachvogels. Er ist fast hühnergroß, bis auf seine blauen Beine unauffällig gefärbt und daher nicht leicht zu entdecken. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel stochert er nach Meereskleingetier in den Felsspalten. Sein Brutgebiet liegt weit im Norden in den Tundren und der Taiga Nordeuropas und –asiens.

Die wichtigsten Küstenbereiche für Vogelbeobachtungen sind La Santa, Laguna und Salinas de Janubio, Salinas de Cocoteros und die Felsriffe vor der Uferpromenade in Arrecife. Neben den auffälligeren Vögeln wie Seidenreiher und Regenbrachvogel kann man eine ganze Reihe anderer kleinerer Arten wie Kiebitz-, Gold-, Sand-, See- und Flußregenpfeifer, Rot- und Grünschenkel sehen, die häufig in kleinen Trupps hier rasten. Mit wenigen Ausnahmen stammen auch sie aus den nördlichen borealen und arktischen Zonen Europas und Asiens. Manche wie Kampfläufer, Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfe oder Austerfischer finden sich nur in wenigen Exemplaren ein. Als Besonderheit konnte man über mehrere Monate im Winter 2010/2011 einen Rosaflamingo in der Laguna de Janubio beobachten. Er konnte sich von den hier in dem stark salzhaltigen Wasser massenhaft vermehrenden Salzkrebschen ernähren.

An den wenigen Sandstränden Lanzarotes treten kleinere und sogar größere Trupps sehr hell gefärbter etwa drosselgroßer Vögel auf. Es sind Sanderlinge, die eilig trippelnden Schrittes immer wieder den am Strand auf- und ablaufenden Wellen folgen, um im vom Wasser kurzfristig frei fallenden Sand mit ihrem kurzen Schnabel nach angespültem Kleingetier zu stochern. Sie haben eine bemerkenswerte Zugstrecke hinter sich: Diese beginnt in ihren Brutgebieten im Nordosten Grönlands, auf Spitzbergen oder im nördlichen Westsibirien, teilweise sogar in Nordostkanada und führt sie bis an die Küsten Südafrikas. Und diese weite Reise geht dann im Frühjahr wieder zurück!

Die Küsten sind natürlich nicht der einzige Lebensraum auf Lanzarote, in dem Zugvögel rasten. Auch im Inneren der Insel kann man sie antreffen, allerdings handelt es sich um andere Arten. Dort, wo sich in den Barrancos dichteres Gebüsch findet, kann man während des ganzen Winters die schnicksenden Rufe europäischer Rotkehlchen hören. Hier halten sich auch uns aus Deutschland vertraute Arten wie Gartenrotschwanz, Schwarzkehlchen, Baumpieper, Zeisig und Amsel zeitweise auf. Mit sehr viel Glück entdeckt man an feuchten Stellen das äußerst scheue Tüpfelsumpfhuhn bei der Nahrungssuche. In den offeneren Landschaften Lanzarotes finden sich regelmäßig Steinschmätzer und Braunkehlchen ein, die dort von einem niedrigen Strauch oder einem Felsbrocken als Warte nach Beute spähen. Hier geht auch der uns von Gewässern bekannte Graureiher in total trockener Umgebung dem Fang von Heuschrecken und Mäusen nach. Nicht vergessen werden sollen die uns so vertrauten Schwalben. Rauch- und auch Mehlschwalben sieht man beim Fang fliegender Insekten in schnellem Flug ihre Bahnen ziehen. Dabei kombinieren sie die Fortbewegung während des Zuges mit dem Fang ihrer Beute. Zur Dämmerungszeit fliegen sie unvermittelt in höhere Bäume wie Palmen hinein, um hier zwischen den Blättern oder im dichten Geäst die Nacht schlafend zu verbringen.

Es gibt auch Profiteure des Vogelzuges. Da kann schon einmal der auf Lanzarote heimische Turmfalke eine unaufmerksame Amsel schlagen, und auch die hier lebenden Wüstenfalken greifen in reißendem Flug einen der vom langen Weg übers Meer geschwächten Vögel. Die Hauptnutznießer aber sind die Eleonorenfalken, die ihren ganzen Lebenszyklus auf den Zug der Kleinvögel abgestellt haben. Sie brüten nicht wie alle anderen im Frühjahr sondern erst im Sommer, um dann ihre Jungen mit den im Spätsommer und Herbst erbeuteten Zugvögeln aufzuziehen. Auf Lanzarote und den nördlich vorgelagerten kleinen Eilanden des Archipiélago Chinijo findet sich die westlichste Brutkolonie der Eleonorenfalken, die ihr Hauptvorkommen im Mittelmeerraum haben. Es sind zahlreiche Brutpaare, die ihren Nahrungsbedarf nach Untersuchungen von Aurelio Martín, Professor an der Universität La Laguna in Teneriffa, vor allem über dem Atlantik zwischen Lanzarote und der afrikanischen Küste decken.
Um die insgesamt beträchtlich große Zahl von Jungen zu ernähren, müssen sie täglich hierhin fliegen, weil offenbar eine viel größere Menge an Vögeln über dem Meer zwischen Afrika und Lanzarote nach Süden zieht, als sie Lanzarote erreicht. Diese Annahme wird auch in Ausnahmewetterlagen deutlich. Wenn nämlich zur Hauptzugzeit der stete Nordostpassat ausfällt und statt dessen heißer Ostwind aus der Sahara in enormer Stärke bläst, können über Nacht auch Zugvögel auf Lanzarote landen, die man hier normalerweise gar nicht, und vor allem nicht in großen Zahlen, beobachtet. So konnte man im April 2008 hunderte der bunten Bienenfresser beobachten. Manchmal kann es dann sogar Weißstörche auf die Insel verschlagen. Die Hauptanzahl der Zugvögel auf Lanzarote befindet sich lediglich auf dem Durchzug. Dies liegt daran, dass die Nahrungsressourcen dieser kargen Vulkaninsel nicht, wie etwa im Wattenmeer, für große überwinternde Vogelmengen reichen. So kommt es, dass die meisten Vögel sich lediglich kurzfristig auf Lanzarote aufhalten. Selbst für einige der hier heimischen Brutvögel wird die Nahrung im Winterhalbjahr knapp. So ziehen die Turteltauben nach Afrika, die Eleonorenfalken bis Madagaskar und die Gelbschnabelsturmtaucher suchen die Küstengewässer des Südatlantiks auf. Nur wenige der europäischen Zugvögel verweilen in unterschiedlichen Lebensräumen den ganzen Winter auf Lanzarote.

Seit einer Reihe von Jahren wird das Zuggeschehen auf Lanzarote sehr aufmerksam und kompetent von einer Gruppe von lanzarotenischen Ornithologen bestehend aus Francisco Javier García Vargas, Juan Sagardía Pradera and Antonio Unquiles Cobos beobachtet und mithilfe wunderbarer digitaler Fotos belegt. Auf ihrer Website (www.surfbirds.com/blog/birdinglanzarote) kann man sich zu jeder Zeit über das Auftreten der unterschiedlichsten Vogelarten informieren und vielleicht selbst Lust an der Beobachtung der Vögel bekommen.

 


Die Autoren, Ulrike Strecker und Horst Wilkens, sind Biologen der Universität Hamburg. Während zahlreicher Aufenthalte auf Lanzarote haben sie sich ein großes Wissen über die hiesige, ganz spezielle Tier- und Pflanzenwelt angeeignet. Wenn Sie dies interessiert, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher:
„Lanzarote – Blinde Krebse, Wiedehopfe und Vulkane“ von Horst Wilkens (ISBN: 978-3942999007) und den beeindruckenden Fotoband „Lanzarote – Leben auf Lava“ von Ulrike Strecker & Horst Wilkens (ISBN: 978-3942999038).
Infos und Bestellungen unter www.naturalanza.com.
Auf Lanzarote erhalten Sie die Bücher in Costa Teguise: ArcaCanar, Órzola: Pardelas Park, Arrieta: Clínica Dr. Kunze, Arrecife: Librería El Puente, Puerto del Carmen: Anthroposophisches Zentrum, und Playa Blanca: Deutscher Buchladen, sowie in den Souveniershops der Fundación César Manrique, Montañas del Fuego, Jameos del Agua, Jardín de Cactus, Mirador del Río und Casa Monumento al Campesino.




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