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Auf den Spuren lanzarotenischer Landwirtschaft (Teil II)

Von: Judith Echartea, Übersetzung: K. Kunze


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Kaum zu glauben aber wahr: Im Norden von Lanzarote gibt es sogar ein paar Kühe. Es sind wohl nur eine Hand voll und wenn sie weiden werden sie von ihrem Bauern begleitet. Im Hintergund der Monte Corona. Foto: S.Bernard

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Besonders im Norden Lanzarotes werden im Winter viele Felder bestellt. Foto: F. Klinge

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Mais, Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse wachsen auf Lnzarote am einfachsten und werden in der Hauptsache von den lanzarotenischen Bauern angebaut. Foto: F. Klinge

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Die Beauftragte für Landwirtschaft und Fischerei der Inselregierung Nereida Perez. Foto: F. Klinge

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Das Angebot auf den lokalen Märkten ist je nach Jahreszeit recht vielseitig. Foto: S. Bernard

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Auf Lanzarote wird versucht die Protea anzubauen, um ihre Blüten zu verkaufen. Foto:©istock.com/Don Bayley


Lanzarote hat sich in den vergangenen 50 Jahren von einer abgeschiedenen Atlantikinsel in eine beliebte Urlaubsdestination gewandelt. Eine Bevölkerung, die damals ausschließlich - und meist mehr schlecht als recht - von Ackerbau und Viehzucht lebte, verdient heute ihren Lebensunterhalt im und durch den Tourismus. Aus Bauern wurden Dienstleister: Kellner, Taxifahrer, Rezeptionisten, Köche, Restaurantbesitzer oder - mit Glück - Hoteliers. Bauern sind nur wenige geblieben und noch weniger kommen nach. Die Söhne wollen den Buckel auf den kargen Äckern nicht mehr krumm machen. Dennoch: Ein paar Bauern gibt es noch. Einige wenige, die sich verbissen Wind und Sonne widersetzen um dem Boden Nahrung abzuringen. Im rasanten Aufstieg der Insel zur Touristendestination hat die Politik sie fast vergessen. Vor dem totalen Niedergang der Landwirtschaft versuchen die Politiker nun zu retten, was zu retten ist. Denn wenn Lanzarote seine Bauern verliert, wird es nicht nur sein jetziges Landschaftsbild verlieren, sondern auch ein Stück seiner Identität.

 

Das lanzarotenische Amt für Landwirtschaft und Viehzucht, Granja Agrícola-Ganadera genannt, ist dreißig Jahre alt und verfügt bis zum heutigen Tag über kein Verzeichnis von Bauern, Viehzüchtern und Fischern der Insel. Man weiß nur, wer Subventionen für den Kartoffelanbau erhalten hat. Deshalb ist die Anlage eines solchen Verzeichnisses für die zuständige Beamtin, Nereida Pérez, ein vorrangiges Ziel, um Ideen wie zum Beispiel Seminare, auf welchen Bauern ihre Erfahrungen austauschen können oder Kurse für Weiterbildung, umsetzen zu können.

 

Die Granja entstand als Experimentalprojekt, als Sammel- und Referenzpunkt für alle landwirtschaftlichen Produkte auf Lanzarote und wurde im Laufe der Jahre immer mehr erweitert. Die Landwirtschaftsbeauftragte glaubt, dass dieses anfängliche Ziel der Granja immer mehr entwertet wurde, sei es, weil diejenigen, die diese Aufgabe wahrnehmen sollten, sie sehr ineffektiv ausübten, ihre Funktionen vernachlässigten, oder weil Lanzarote als touristische Destination immer mehr an Bedeutung gewann und so die Investitionen mehr in diesen Sektor flossen. Das führte dann im Laufe der Zeit dazu, dass sich die Bauern immer mehr von ihrer Granja abwandten.

 

Im Moment ist es die Zwiebel, die als einziges landwirtschaftliches Produkt experimentell angebaut wird. Einige Bauern setzen sie in Beete der Granja, andere machen das auf ihrer eigenen Finca. Anfänglich verteilte man 200 Libras (siehe Kasten) Setzzwiebeln unter den interessierten Bauern, aktuell sind es nur noch zwanzig, was den Niedergang der lanzarotenischen Landwirtschaft deutlich anzeigt. Außer mit Zwiebeln experimentiert man mit Weinstöcken und Zuckerbüschen (Próteas; siehe Kasten) und ökologischem Anbau im Allgemeinen. Experimentiert wird sowohl auf der Granja, als auch auf verschiedenen Fincas, die überall auf der Insel verteilt sind.Nereida Pérez hält es für unabdingbar, dass, wenn sie der Forderung der Verbraucher nach einem lanzarotenischen Gemüsemarkt nachkommen will, das oben angesprochene Verzeichnis der landwirtschaftlichen Produktionsstätten angelegt werden muss, um überhaupt das Ausmaß der Landwirtschaftsflächen abschätzen zu können, weiterhin auch die verschiedenen Kulturen, die schon bestehen, die Produktivität und darüber hinaus die Parameter, die es ermöglichen, den eingeforderten Markt auch entsprechend versorgen zu können.

 

Der Weinanbau wird schon kontrolliert, dank des schon bestehenden Consejo Regulador del Mercado Vitivinícola (übersetzt etwa: Regulierender Rat des Weinmarktes). Das bedeutet, dass beinah alle Weinbauern der Insel registriert sind.

 

Der Gemüse- und Leguminosenanbau, also der Anbau von Linsen, Bohnen und sogenannten Chícharros (Kasten) soll gefördert werden. Der Verkauf von Produkten wie Kartoffeln und Zwiebeln soll durch Firmen stattfinden, die eventuellen Überschuss exportieren. Auch hält es die Landwirtschaftsbeauftragte für vorteilhaft, die genossenschaftliche Produktionsweise in Landwirtschaft und Fischerei zu fördern.

 

Sie weiß allerdings auch um die Phobie der Bauern rund um dieses Thema und bringt dies mit der damals schlechten Verwaltung des Complejo Agroindustrial in Zusammenhang, die viele Bauern in den Ruin trieb. Nichtsdestoweniger hebt sie hervor, dass die Idee von Dimas Martín, diesen Sektor zu entwickeln, in Ordnung war, was man schon daran sehen könne, dass sie auf den anderen Inseln zu einem vollen Erfolg geführt hat. Pérez sagt auch, dass die Gründung verarbeitender Betriebe, Käsereien zum Beispiel, auf anderen Inseln gezeigt habe, dass die Politik, die Dimas Martín betrieben habe, sich als nützlich erwiesen hätte. Was fehlte, war die Verwaltung durch eine regulierende Stelle, an der alle Beteiligten Anteil gehabt hätten. Nach Martín habe es dann noch andere fehlgeschlagenen Versuche gegeben, wie der Fall der Weinkooperative, die mit Personal und Unterstützung der lanzarotenischen Inselregierung geleitet wurde und die genauso wenig funktionierte.

 

Die Landwirtschaftsbeauftragte hält es für erforderlich, das ganze Konzept von Grund auf zu ändern, angefangen beim Produzenten, um dann Produktion, Verkaufsförderung und Verkauf miteinander zu verbinden. Sie bekräftigt, dass der ganze Sektor gefördert und stark gemacht werden müsse, zum Marktführer gemacht werden müsse, um nicht seinen eigenen Niedergang zu beschleunigen.

 

Die Produzenten seien auch sehr dankbar für das, was auf der Granja geschehe, und sie kündigt an, dass bald ein Fachmann eingestellt würde, was eine bessere Verwaltung gewährleisten und eine angemessenere  Unterstützung für die Produzenten bedeuten würde.

 

Im Hinblick auf die Subventionen für den Fischereisektor klärt sie uns auf, dass alle, die in diesem Sektor selbständig arbeiten und die kleinere Investitionen für ihr Gewerbe benötigen, bis zu 78.000 Euro erhalten können. Diese Subventionen kann man auch für die Reparatur von Schiffen beantragen, für bessere Ausstattung und so weiter. Grundvoraussetzung ist, als Berufsfischer eingetragen zu sein.

 

Nereida Pérez ist allerdings keine Anhängerin von Subventionen, weil diese ihrer Meinung nach der lanzarotenischen Landwirtschaft immer mehr geschadet als genutzt haben. Pérez glaubt, dass das System der Subventionen und Hilfen schlecht gelenkt wurde und man prinzipiell mehr daraufhin arbeiten müsse, adäquate Infrastrukturen zu schaffen. Sie sagt, dass die Bauern selbst gar keine Subventionen forderten, sondern Hilfen im Sinne von besserer Ausbildung und Beratung bevorzugten.

 

Dringend steht auch das Thema einer eigenen lanzarotenischen Käserei an, deren unmittelbare Fertigstellung Nereida bereits seit November vergangenen Jahres immer wieder angekündigt hatte. Dieses Thema dürfte der Politikerin unangenehm unter den Nägeln brennen, da vergangenen Dezember der Abnahmevertrag ausgelaufen ist, den die lanzarotenischen Milchbauern mit der Käserei „Maxorata“ auf Fuerteventura hatten. Angesichts der Tatsache, dass die Fertigstellung der versprochenen Käserei wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird, sahen sich die Milchbauern Anfang Januar gezwungen, den Milchabnahmevertrag mit „Maxorata“ um weitere fünf(!) Jahre zu verlängern.

 

Dass es auch ganz anders geht, zeigt eine private Käserei in Uga, die es auf europäischer Ebene geschafft hat, mit ihren handwerklich hergestellten Schafskäsesorten Aufmerksamkeit zu erregen. Sie ergatterte gleich bei der ersten Vorstellung ihres Käses außerhalb von Lanzarote drei Goldmedaillen und zwei „Besondere Erwähnungen“. Darauf kann man stolz sein.

 

Nereida Pérez González nennt zum Schluss noch einmal die großen Herausforderungen, die sie sich für die Zeit vorgenommen hat, in der sie die Geschicke der Granja Agrícola-Ganadera leitet: Das sei, wie bereits angesprochen, die Gründung einer inseleigenen Käserei, dann aber auch das Thema des PIOT (Bauentwicklungsplan). Die teilweise schwammigen Ausführungen der künftigen Bebauungsplanung auf Lanzarote hemmen selbstverständlich auch die Entwicklung der Landwirtschaft, weil natürlich niemand investieren will, zum Beispiel in den Bau von Bewässerungssystemen, wenn nicht hundertprozentig sicher ist, dass sich diese Investition nicht hinterher als „illegal“ herausstellt.

 

Nicht zuletzt liegt Nereida Pérez González die Schaffung eines lanzarotenischen Bauernmarktes am Herzen, auf dem hiesige Erzeuger ihre Produkte unter optimalen Bedingungen verkaufen können. Es sei ihre größte Herausforderung, dafür zu arbeiten, dass die Produktion auf allen Gebieten ansteige und der Verkauf dann unter optimalen Bedingungen vonstatten gehen kann. „Das würde die Dynamisierung unserer Landwirtschaft zur Folge haben, dafür öle ich das bürokratische Räderwerk“, sagt sie. Pérez  hat eine Vision: Sie möchte, wenn sie einmal geht, dass der PIOT, den man dieses Jahr endgültig verabschieden will, breiten Raum für die Entwicklung der Landwirtschaft lassen wird. Sie vertraut darauf, dass das Fischereizentrum in Puerto Naos der lanzarotenischen Fischerei Auftrieb gibt.

 

Gefragt nach der Kontroverse, die ausgelöst wurde, als bekannt wurde, dass ein Abgeordneter der Partido Popular mit der Regierung in Madrid angeblich für die hiesige Cochinillaproduktion – die Cochinilla ist eine Laus, aus der roter Farbstoff für Lebensmittel oder Kosmetik hergestellt wird – eine Subvention von 500.000 Euro ausgehandelt habe, die nie auf der Insel angekommen sei, stellt sie klar, dass es diese Subvention nie gegeben habe. Angeblich hatte der PP-Politiker Cándido Reguera diese Subvention mit Madrid verhandelt, ohne die lanzarotenische Inselregierung darüber zu informieren, geschweige denn entsprechende Unterlagen darüber zu führen. Ergebnis: Die übergeordnete kanarische Regierung hat dieses Geld nicht nach Lanzarote überwiesen, da die lanzarotenische Regierung keine schriftlichen Unterlagen hatte, um die Subventionssumme in Gran Canaria überhaupt einzufordern.

 

Nereida Pérez González ist dieses politische Hickhack zuwider: „Wir sollten uns den Problemen vor Ort widmen und hier sehen, was von Vorteil für die Insel ist. So und nur so werden wir verstehen lernen, dass wir die Probleme gemeinsam anpacken müssen, ohne Ausnahme, jenseits aller Parteigrenzen.“
(No.32 03/09)



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