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Lokales

Auf den Spuren der grossen Entdecker und Visionäre.
Mit Sonnenenergie über den Atlantik

Von: Diogenes von der Töss



Das Solarboot


Die Crew der „sun21“ (von links nach rechts): Skipper Mark Wüst, Dr. Martin Vosseler, Skipper Michel Thonney, Prof. David G. Senn und Dr. Beat von Scarpatetti


Die Route


Die „sun21“ in der Grafik“


Besatzung und Gäste im Hafen von Puerto Calero


(02/07 N°7) Die «sun21» ist vierzehn Meter lang und sechs Meter breit. Mit Solarzellen, Batterien und Elektromotoren ausgerüstet, fährt der Katamaran von Basel auf einer Strecke von rund 7000 Seemeilen nach New York. Auf Lanzarote haben die fünf furchtlosen Männer einen Zwischenstopp eingelegt.

Anfang Mai 2007 soll die erste Atlantiküberquerung ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff an der Ostküste der USA zu Ende gehen.

 

Im Oktober letzten Jahres sind sie in Basel in See gestochen: Die erfahrenen Skipper Mark Wüst und Michel Thonney aus der Westschweiz lenken das Boot. Der Basler Arzt Martin Vosseler, der Historiker Beat von Scarpatetti und Professor David Senn, welcher die Fahrt für meeresbiologische Studien nutzen will, komplettieren das Team, das auf der Fahrt über den Atlantik neue Maßstäbe setzen möchte und dabei den effizienten Umgang mit Energie sowie die Nutzung erneuerbarer Energien in der Praxis erprobt.

Die fünf Männer sind guter Laune, als sie sich im Hafen von Puerto Calero den Fragen von Lanzarote37º stellen. Hier und da wird etwas ausgebessert, repariert, erklärt. Die Crew der „sun21“ hat auf ihren ersten Seemeilen auf offenem Meer schon einen ordentlichen Sturm vor der marokkanischen Küste hinter sich gelassen, aber allesamt schauen sie optimistisch drein im Hinblick auf die Anforderungen der kommenden Monate. Man fährt auf den Spuren von Christoph Columbus, der im Jahre 1492 zu seiner ersten „Indienreise“ aufgebrochen war und auf etwa derselben Route, die das Team der sun21 nun befährt, Amerika entdeckte.

 

Auf einem „Bügeleisen“ über die Weltmeere?

48 Fotovoltaikglasmodule mit monokristallinen Zellen überspannen das Deck. Die Gesamtleistung des Solargenerators beträgt etwa 10 kW. In jedem Rumpf des Katamaranes befindet sich ein Gleichstrommotor mit je 8 kW Leistung, also insgesamt 16 kW Motorenleistung. Bei einer Geschwindigkeit von 4-5 Knoten (ca. 7,5-10 km/h), benötigen die Motoren der sun21 gerade einmal 750 bis 1000 Watt, um das Boot voranzutreiben. Das entspricht in etwa der Energie eines Bügeleisens. Möglich ist diese enorme Leistung durch eine etwa 90%ige Effizienz der beiden Elektromotoren. Herkömmliche Benzin- oder Dieselmotoren schaffen es gerade einmal auf 10- bis 40%, die restliche Energie für den Antrieb dieser Motoren „versickert“ in Vibrationen, Lärm und Wärme. Alles Nebeneffekte, auf die man verzichten kann und deren Fehlen, nebenbei gesagt, die Fahrt auf der sun21 zu einem zusätzlichen Genuss macht.

 

Die „Energiewende“ hat höchste Priorität

Der Baseler Arzt Dr. Martin Vosseler ist als Präsident des Projektes „transatlantic21“ zu dieser Mission aufgebrochen, um zum dringend notwendigen weltweiten Umdenken in puncto Energieverbrauch und -erzeugung praktisch anzuregen. Klimaschutz, auch durch die Anwendung erneuerbarer Energien, ist die größte Herausforderung der Menschheit. Es braucht die Energiewende – erneuerbare Energien und Energie-Effizienz statt Öl, Gas, Kohle und Uran. Die effiziente Nutzung zum Beispiel von Solarenergie ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder von den großen Energikonzernen in den Hintergrund gedrängt worden. Auch dagegen wird mit dem Projekt „transatlantic21“ mobil gemacht. Paul Steele, Chief Operating Officer des WWF International bemerkt dazu: “Die globale Erwärmung, verursacht durch menschliche Aktivität, (...) geschieht viel schneller als noch vor ein paar Jahren angenommen. Es muss schnell gehandelt werden, daher begrüßt der WWF das Projekt so sehr“.

 

Frieden durch Solarenergie

Ein wenig zurückgezogen in einer der kleinen Kabinen sitzt Beat von Scarpatetti und schreibt auf seinem Laptop einige e-mails. Auch auf hoher See wird das Internet benutzt und die Website des Projektes wird vom Boot aus regelmäßig mit spannenden Details und Reiseberichten aktualisiert (http://www.transatlantic21.org/de/). Beat denkt praktisch, wenn er von den Gründen für diese besondere Mission erzählt: „Das Flugwesen hat in den letzten 40 Jahren hyperbolisch zugenommen, Kerosinverbrauch und CO2-Ausstoß sprengen alle Grenzen und vor allem diejenigen der Klimaverträglichkeit. Es wird gegen das Klima geflogen und wir möchten heute mit dem Klima übers Meer fahren“ (siehe auch unser Editorial).

 

Überhaupt scheint es hier auf der sun21 und in deren Umfeld bei weitem nicht nur um technische Aspekte effizienter Nutzung von Energie und Material zu gehen. Vielmehr ziehen sich durch die Gespräche auch Zukunftsvisionen von einem friedlicheren menschlichen Miteinander, wie man sie wohl zuletzt bei Otto Lilienthal, dem Pionier auf dem Gebiet der Flugtechnik, im späten 19. Jahrhundert fand. In einem Manuskript von 1895 bemerkt Lilienthal: „Sie haben sich selbst vielleicht schon einmal ausgemalt, dass z. B. die Grenzen der Länder ganz ihre Bedeutung verlieren, weil man dieselben bis in den Himmel nicht absperren kann. Man kann sich kaum vorstellen, dass Zölle und Kriege dann noch möglich sind. Der ungeheure Aufschwung, den der Weltverkehr der Völker untereinander nehmen würde, müsste schließlich die Sprachen zu einer Weltsprache mischen.“ Ganz so ist es bekanntlich leider nicht gekommen, aber der modernen Idee, „Kriege um Öl und Streitereien um Gas durch eine dezentrale flächendeckende Energieversorgung mit Solarenergie zu vermeiden“, wie sie Daniela Schlettwein-Gsell, Präsidentin der non-profit-Organisation „sun21“ (die dem Boot ihren Namen gab) formuliert, ist zu wünschen, dass sie sich als realistischer erweist als die Visionen Lilienthals.

 

Neugierige Delphine und meeresbiologische Studien

Die Besatzung der sun21 jedenfalls befindet sich auf ihrer mehrmonatigen Reise über den Atlantik schon heute im Einklang mit der Natur. Die Motoren sind extrem leise und einen Ausstoß von Abgasen gibt es nicht. Das heißt, fast nicht: Gekocht wird mit Dieselöl, der Herd wird zwar durch die Solarenergie gezündet, aber solch ein hoher Stromverbraucher funktioniert dann doch noch besser mit traditionellem Kraftstoff. Auf Deck der sun21 nimmt man diesen Schönheitsfehler gelassen und verweist auf alte Traditionen, nach jener jedes Projekt, das schlussendlich gelingen soll, nicht makellos sein dürfe bzw. könne... . Vielleicht sollte man am besten die Delphine fragen, was sie denn von dem leisen Boot halten, das dort mit kontinuierlicher Geschwindigkeit und eben fast ohne Abgase die Wellen recht sanft durchschneidet. Nicht nur für den Meeresbiologen Professor David Senn, ist das häufige Zusammentreffen mit den neugierigen und friedvollen Tieren ein besonderes Erlebnis. Die Delphine scheinen sich sehr für den Katamaran zu interessieren, sie erforschen die Propeller und schwimmen kilometerweit mit dem Boot mit, während Professor Senn mit speziellen (feinmaschigen) Netzen täglich Planktonproben nimmt. Eine Analyse der Formenvielfalt des Phyto- und des Zooplanktons von Ost nach West, quer über den gemäßigt warmen Atlantik, soll als Grundlage das Verständnis der Lebensströme im Meer vertiefen. Mit diesem «Transsekt» soll das mikroskopische Leben in den obersten 50 Metern, das heißt der durchlichteten Zone, erforscht werden.

 

Kurzweil und Optimismus

So vergehen die Tage und Wochen auf dem Atlantik nicht unbedingt mit Kartenspielen. Jeder aus dieser sehr speziellen Männerrunde widmet sich eigenen und gemeinsamen Aufgaben. Einen „Lagerkoller“ im auf engstem Raum zusammenlebenden Team hat es bis zur Landung auf Lanzarote jedenfalls noch nicht gegeben, und auch vor Stürmen und Gefahren hat hier kaum jemand wirklich Sorge. Die erfahrenen Skipper, eine sorgfältig ausgewählte Route und Reisezeit und das flächendeckende Netz von Hilfsorganisationen, quer über den Atlantik verteilt, lassen das Risiko für die Mannschaft kalkulierbar erscheinen. Alltagssorgen, wie durchnässte Kabinen und korrodierte elektronische Kleingeräte einmal ausgenommen, scheinen die 5 Pioniere wohlbehalten im kommenden Mai in den USA an Land gehen zu können.

Die Besatzung von Lanzarote37º drückt dafür jedenfalls fest die Daumen!



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