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Lokales, Wissenswertes

Aquilino Rodríguez: Der Töpfer von Haría
Arbeiter mit Lanzarotes Erden

Von: Dorothee Baumfalk


Aquilino Rodríguez, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Aquilino bemalt seine Keramikstücke von Hand. Foto: ©Lanzarote37°/Bernard

Aquilino Rodríguez, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Aquilino lacht viel, während er von seiner großen Leidenschaft, der Keramik, erzählt. Foto: ©Lanzarote37°/Bernard

Aquilino Rodríguez, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Mit viel Konzentration, aber mindestens genauso viel Spaß, führt Aquilino den Pinsel mit Naturfarbe über die neue Schale. Foto: ©Lanzarote37°/Bernard

Aquilino Rodríguez, Gestein, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Diese Erden sind das Ausgangsmaterial für Aquilinos Produkte. Foto: ©Lanzarote37°/Bernard

Aquilino Rodríguez, kanarische Kunst, Lanzarote, Lanzarote37°, deutschsprachiges Inselmagazin, 37 Grad
Klassische kanarische Motive zieren Aquilinos Keramiken. Foto: ©Lanzarote37°/Bernard


Das Plakat zu Aguilinos Ausstellung am 11. Mai 2013 in der Aljibe in Haría.


Noch immer ist die Keramik ein wichtiger Bestandteil der lanzarotenischen Kultur – und schon längst widmen sich nicht mehr ausschließlich Frauen diesem Handwerk. Aquilino Antonio Rodríguez Santana, der als Kind seine Leidenschaft zur Töpferarbeit entdeckte, hat aus diesem Hobby einen Beruf gemacht und sich der Erhaltung der traditionellen kanarischen Keramik verschrieben. Seit zehn Jahren fertigt und verkauft er seine Stücke im Taller de Artesanía de Haría. Lanzarote37° hat sich mit Aquilino unterhalten.

 

Ich treffe Aquilino in der Künstlerwerkstatt der Gemeinde Haría. Dort geht er, genau wie fünfzehn andere Künstler, seinem Handwerk nach, fertigt seine Töpferarbeiten und verkauft sie. Sein Atelier sieht so aus, wie man sich den Arbeitsplatz eines Künstlers vorstellt: Auf den Tischen ein Durcheinander von Materialien und verschiedenfarbigen Lasuren, und in den Regalen eine Auswahl seiner Arbeiten. Ein Werk, das sofort ins Auge sticht, ist der Kopf eines Gorillas, der direkt am Eingang zu Aquilinos Werkstatt steht, doch auch „gewöhnlichere“ Gegenstände wie Vasen und Schalen sind zu finden. Dass Aquilino nicht nur Künstler, sondern auch Familienvater ist, zeigen Fotos und selbstgemalte Bilder seiner Kinder an den Wänden. Offenbar sind diese genauso künstlerisch ambitioniert wie ihr Papa, der ebenfalls von seinem Vater inspiriert wurde: Im Alter von sieben Jahren bekam er Knetmasse geschenkt – und es war Liebe auf den ersten Blick. Völlig fasziniert von der Möglichkeit, jeden beliebigen Gegenstand zu formen, verbrachte der kleine Aquilino Stunden damit, Autos, Flugzeuge, Löwen und vieles mehr zu modellieren. Dafür ließ er sogar so manchen Kinobesuch mit Freunden sausen. Während viele Kinder schnell das Interesse an einem neuen Hobby verlieren, blieb Aquilino seiner Leidenschaft treu. Schon bald wollte er die Knetmasse gegen Ton eintauschen, dieses Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass er keine Möglichkeit hatte, seine Werke brennen zu lassen.

Als junger Erwachsener, immer noch begeistert vom Töpferhandwerk, besuchte er einen Kurs auf Gran Canaria. Dieser hieß „Cerámica Popular Canaria“ und wurde vom Gobierno de Canarias organisiert. Eigentlich hatte er keine großen Erwartungen, doch dieser einwöchige Kurs bestätigte seine Leidenschaft für das Töpferhandwerk, auch wenn bei den ersten Versuchen mit richtigem Ton so einiges in die Brüche ging. Bei diesem Kurs lernte Aquilino nicht nur viel über Techniken, sondern auch über die Wurzeln der Töpferei.

Geleitet wurde der Kurs von einem ehemaligen Schüler Francisco Rodríguez Santanas, besser bekannt unter dem Namen „Panchito“. Jener Panchito, mit dem Aquilino – wie der Name vermuten ließe - nicht verwandt ist, war der erste Mann auf Lanzarote, der sich intensiv mit dem Töpferhandwerk befasste, wurde zu Aquilinos Idol. Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Panchito geboren wurde, war die Kunst der Keramik  auf der Insel immer noch „Frauensache“. Die weiblichen Familienmitglieder gaben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter; Männer waren am Schaffensprozess höchstens durch das Schleppen der Materialien wie Lehm und Brennholz beteiligt. Panchito hingegen wurde in die Arbeit mit eingebunden und lernte von seiner Mutter und seinen Tanten. Schon bald fertigte er Gebrauchsgegenstände und dekorative Objekte, die Einheimische wie Touristen gleichermaßen begeisterten. Da Panchito nicht nur als Künstler sondern auch als Lehrer tätig war, trug er erheblich dazu bei, dass alte lanzarotenische Töpfertechniken nicht in Vergessenheit gerieten. Auch Aquilino hat sich mit dem Töp-
fer-Virus infiziert: Voller Begeisterung erzählt er von seinem Handwerk, während er eine Schale mit einem türkisfarbenen Stein poliert. Zum Polieren hat er zwar viele unterschiedliche Steine, doch einer davon ist ihm besonders wertvoll. Er holt ihn aus einem kleinen Beutelchen hervor und zeigt ihn mir. Es handelt sich um einen schwarzen Stein mit einer interessanten Form. Diese rührt daher, dass ihn schon so viele Generationen benutzt haben, erklärt mir Aquilino. Er selbst hat den Stein von seinem „Maestro“ bekommen und hält ihn seitdem in Ehren.
Das Polieren der Schalen stellt im Übrigen nur einen kleinen Teil des langwierigen  Werkprozesses dar. Bevor man an einem Keramikteil zum letzten Schliff anlegen kann, ist einiges zu tun. Zuerst gilt es, die entsprechenden Materialien zu bekommen. Dies sind in Aquilinos Fall verschiedene Arten vulkanischer Erde, die von ihm  selbst in mühevoller Arbeit gesucht und gesammelt werden. Die gesammelte Erde wird in der Sonne getrocknet und danach mit Steinen oder Stöcken zerschlagen. Anschließend wird sie mit Wasser besprengt, um sie schwammig zu machen. Dann wird der Ton immer wieder geknetet, geteilt und wieder geknetet, wobei Sand hinzugefügt wird. Geformt wird er dann ausschließlich per Hand – auf die Verwendung einer Töpferscheibe verzichtet Aquilino völlig. Um mir seine Vorgehensweise anhand eines einfachen Objekts zu veranschaulichen, formt er eine kleine Menge Ton zu einer kleinen Schale. Dazu gibt seine linke Hand der Schale die Form, während er mit der rechten Hand modelliert und klopft. Eine Schicht wird auf die nächste gesetzt, die Ansätze sorgfältig zusammengedrückt, sodass das Gefäß langsam in die Höhe wächst. Nach dem Trocknen brennt Aquilino seine Stücke in einem gemauerten Holzofen, wo sie dann noch zwei bis drei Tage bleiben, um ganz langsam abzukühlen.

So entstehen nicht nur Schalen, sondern auch Krüge, Vasen, Menschen- und Tierfiguren und vieles mehr. Anschließend bemalt sie Aquilino mit typischen Mustern der alten Keramiken von El Mojón: vor allem Linienmuster, gerade oder geschwungen, Raster- oder Punktmuster, aber auch stilisierte Pflanzen- oder Tiermotive. Übrigens auch für seine Farblasuren verwendet der Künstler Erde von Lanzarote oder Gran Canaria.

Nach 28 Jahren Arbeit mit Ton, unzähligen Plastiken und Gefäßen, die Aquilino erschuf, woher kommt die Inspiration für immer wieder Neues? Aquilino lächelt und sagt: „Aus Ton kann man fast alles machen, der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Ich entnehme die Inspiration für meine Werke der größten Kunstausstellung der Welt: der Natur. Sie ist voll von Kunstwerken, wir müssen nur hinsehen.“

Dann steht er auf, bedeutet mir mitzukommen und führt mich durch sein Atelier. Zuerst zeigt er mir eine Frauenfigur, die von Formen alter kanarischer Keramiken beeinflusst wurde. Ihre Hüfte ist der breiten, flachen Form einer Vase nachempfunden, die Brust ähnelt den Griffen einer Schüssel. Aquilinos Arbeiten sieht man die Verbundenheit mit der alten lanzarotenischen Töpferei an, dennoch schafft er mit jedem seiner Werke auch etwas Neues, für seinen Schöpfer typisches– einen typischen Aquilino aus Haría eben.

Auch der Gorilla-Kopf, der mir gleich zu Beginn aufgefallen war, ist nicht „einfach so“ entstanden. Der Gorilla sei sein Lieblingstier, erklärt Aquilino. Kraftvoll und sanft zugleich, seien diese Tiere sehr sozial und familienorientiert, das Männchen würde sogar für seine Familie sterben. Dieses starke und gleichzeitig liebevolle Wesen wollte er im Gesicht seines Gorillas einfangen. Aquilinos Regale sind voll von Vasen, Schalen und nachgebildeten Muscheln. Darunter auch weniger aufwändige Objekte, für welche man wahrhaft nicht allzu tief in die Tasche greifen muss. Aquilino liegen alle am Herzen, doch die wirklich besonderen, die, die einen bestimmten Hintergrund haben und ihre eigene Geschichte, die zeigt er mir mit ganz besonderem Stolz. Am Ende unseres Gesprächs darf ich mir eine von Aquilinos Keramiken als Geschenk aussuchen. Ich wähle eine einfache, aber wunderschön geformte Keramikmuschel – die allein dadurch, wie sie in meinen Besitz gelangt ist, mir ein ganz besonderes Andenken an Lanzarote und seine Bewohner sein wird.

(18-4-2013)



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