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Essen & Trinken, Lokales

Ältestes Nahrungsmittel der Kanaren:
Der feinherbe Duft des Gofio

Von: Friederike Klinge (Text), Bernd Rost (Fotos)


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In der letzten funktionstüchtigen Gofio-Mühle Lanzarotes im Herzen von San Bartolomé stellt Esteban Gil Cejudo und Jorge Perera noch immer das traditionelle geröstete Mehl der Kanaren, Gofio, her. Foto Lanzarote37°/Bernd Rost

Gofiomühle, San Bartolomé, Lanzarote, 37°, 37 Grad, Inselmagazin, deutsche Zeitung, Nachrichten, Kanaren, Spanien, Inselmagazin, Inselzeitung
Die Molino de San Bartolomé wirkt von außen ganz unscheinbar. Öffnungszeiten von Montag bis Freitag jeweils vormittags. Foto Lanzarote37°/Klinge

Gofiomühle, San Bartolomé, Lanzarote, 37°, 37 Grad, Inselmagazin, deutsche Zeitung, Nachrichten, Kanaren, Spanien, Inselmagazin, Inselzeitung
Das Herzstück der Gofiomühle San Bartolomé: Eine englische Dieselmaschine aus dem Jahre 1915. Foto: Lanzarote37°/Bernd Rost

Gofiomühle, San Bartolomé, Lanzarote, 37°, 37 Grad, Inselmagazin, deutsche Zeitung, Nachrichten, Kanaren, Spanien, Inselmagazin, Inselzeitung
Durch den oberen Trichter der Gofiomühle fallen die Körner....

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auf ein Schüttelsieb...

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.... dann durch den vorderen Trichter in den Röstofen der Gofiomühle.

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Am Ende ihres Weges durch die verschiedenen Stationen der Gofiomühle landen die Körner in der Tüte...


... echter lanzarotenischer Gofio, dieser hier aus einer Mischung gerösteter Mais- und Weizenkörner. Foto: Lanzarote37°/Klinge


Die letzte funktionstüchtige und in Betrieb gehaltene Gofio-Mühle Lanzarotes befindet sich im Herzen San Bartolomés in der Calle José Maria Gil, so benannt nach dem Müller, der in dieser Mühle im Jahre 1919 den Betrieb aufnahm. Lanzarote37° hat die Mühle besucht, mit dem Sohn des Gründers und heutigen Eigentümer Esteban Gil Cejudo gesprochen und sich auf die Spuren dieses traditionellen kanarischen Lebensmittels begeben.


Kein auffälliges Firmenschild weist auf den Betrieb hin, nur die alte Windmühle und ein paar gerade angelieferte und vor dem Eingang abgestellte Getreidesäcke lassen auf die Funktion des unscheinbaren Gebäudes schließen. Ein handgeschriebenes Schild an der Eingangstür nennt die Öffnungszeiten: Der Betrieb ist von Montag bis Freitag jeweils vormittags geöffnet.
“Früher stand die Mühle kaum still. Auch die Bauern und Familien aus der Umgebung brachten ihr Getreide zum Mahlen zu uns. Noch in den 50er Jahren hat es etwa fünfzehn solcher Mühlen auf Lanzarote gegeben. Heute ist unsere die letzte, in der noch gemahlen wird, hier auf Lanzarote, auf Fuerteventura arbeitet gar keine mehr”, erklärt der Eigentümer Esteban Gil Cejudo.

Der Innenraum der Mühle ist erfüllt von dem einzigartig herben Duft des Gofio. Säcke voller Mais und Weizen, Tüten mit fertig gemahlenem Gofio, verschiedene Waagen und die Mahlvorrichtung selbst beherrschen den Raum. Die Müller Esteban Gil Cejudo und Jorge Perera scheinen seit jeher mit dem Ambiente verwachsen zu sein. Mit den Kunden sind sie zum Teil seit Jahrzehnten bekannt und so wechselt kein Sack Getreide beziehungsweise Gofio ohne einen Plausch den Besitzer.

Für Kunden und Besucher gut sichtbar platziert ist eine Schautafel mit allen kanarischen Getreidesorten, die einst für die Gofio-Herstellung verwendet wurden: Verschiedene Sorten Mais, Hafer, Roggen, Weizen, Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und sogar Pflanzensamen wurden früher zu Gofio verarbeitet. “Wir verarbeiten heute nur noch Mais und Weizen, entweder zu “Gofio de Millo” oder gemischt zu “Gofio Mezclado de Millo y Trigo”. Für unsere Produktion kommt das Getreide größtenteils aus Gran Canaria, denn es gibt nur noch wenige lanzarotenische Bauern, die Körner zur Herstellung von Gofio anliefern” so Esteban.

Die Mühle funktioniert seit 1919 auf dieselbe Weise. Das angelieferte Getreide wird zunächst in eine Betonwanne geschüttet. Über ein Rohr gelangt es in einen Trichter und dann auf ein Schüttelsieb, wo es von grobem Schmutz, wie Erde oder Steinchen, gereinigt wird. Danach fällt das gereinigte Korn durch einen weiteren Trichter in den Röstofen. Hier werden die Körner auf Transportbändern an der glühenden Trommel entlang geführt. Auf die Frage, wie lange denn die Körner im Ofen verweilen und bei wie viel Grad sie geröstet werden, zuckt Esteban die Schultern: „Also, eine kleine Weile, ein paar Minuten vielleicht. Wie viel Grad der Ofen hat, ich weiß nicht. Sehr heiß. Wenn man einen Stein hineinlegt, schmilzt er. Ziemlich heiß also…“ Nach dem Röstvorgang fallen die gerösteten Körner in einen Sack. Danach werden sie in eine andere Betonwanne geschüttet und von dort durch ein Rohrsystem angesaugt und auf ein Schüttelsieb geblasen, um nochmals gereinigt zu werden, bevor sie dann von dort auf die Mühlsteine fallen. Die Mühlsteine werden über Zahnräder angetrieben, die wiederum mit einer Antriebswelle verbunden sind, die von dem Herzstück der Mühle, einer alten Dieselmaschine aus dem Jahre 1915, angetrieben wird. Danach wird der fertige Gofio in Säcke abgefüllt und durch eine Abfüll- und Verpackungsmaschine in Ein-Kilo-Portionen vertriebsfertig gemacht. Je nach Mischung wird eine rote oder blaue Plastiktüte benutzt.

Gofio ist das älteste überlieferte Nahrungsmittel der Kanarischen Inseln. Er kam mit den Ureinwohnern der Inseln aus Nord-Afrika und war, ursprünglich nur aus Gerste hergestellt, deren Grundnahrungsmittel. Sein Geheimnis liegt darin, dass das Korn vor dem Mahlen geröstet wird. Daher hat der Gofio seinen herben Eigengeschmack.

Nach der spanischen Eroberung der Inseln blieb der Gofio das Hauptnahrungsmittel der Canarios. In den kleinen Dörfern wurde von fast allen Familien Getreide angebaut. Dieses wurde von Hand geerntet und dann in großen Schalen über dem offenen Feuer geröstet und schließlich gemahlen. Trocken aufbewahrt hält sich das Mehl sehr lange und konnte immer und überall verzehrt werden, ohne weitere Notwendigkeit der Zubereitung. Gofio war und ist Kraft- und Kalorienspender, jederzeit einsetzbar und wenn es darum ging, satt zu werden, das ideale Nahrungsmittel.

Auch heute ist der Gofio aus der Kanarischen Küche nicht mehr wegzudenken. Man benutzt ihn zum Andicken von Suppen oder mixt ihn mit Fisch- oder Fleischbrühe. Er schmeckt als Beilage zum Essen genauso gut wie zum Frühstück mit Milch und Zucker.

Wie lange haben sie in der Mühle gearbeitet?“, fragt Lanzarote37˚ gegen Ende dieses eindrucksvollen Besuchs in Lanzarotes letzter Gofio-Mühle dessen Besitzer Esteban Gil Cejudo. Esteban rechnet kurz nach und kommt auf 35 Jahre. Eigentlich sei er ja seit zwölf Jahren pensioniert, aber er schaue jeden Tag nach dem Rechten und lege auch noch mit Hand an. „Die ganze Anlage müsste eigentlich modernisiert werden und die kanarische Regierung würde sogar 30 Prozent der Modernisierungskosten zugeben. Aber da bleiben immer noch 70 Prozent zu finanzieren, das ist einfach nicht drin“, seufzt der alte Herr leise und betrachtet nachdenklich seine Hände. „Hat denn die lanzarotenische Regierung kein Interesse daran, dass die Mühle in Betrieb bleibt?“, fragt Lanzarote37°-Reporterin Friederike Klinge nach. Esteban runzelt die Stirn: „Mir ist im Leben nie etwas geschenkt worden…“
Die Zukunft der letzten lanzarotenischen Gofio-Mühle „Molino de San Bartolomé“ ist ungewiss. (06/07 N°11)

 

 

Gofio gibt Kraft!
Je nach Mischung enthält Gofio etwa 340 Kalorien pro 100 Gramm. Proteine, Stärke, Vitamine (B, B1, B2, B3), Mineralstoffe (Magnesium, Eisen, Kalzium, Natrium, u.a.) und Ballaststoffe.

REZEPTE MIT GOFIO

Wer zu Hause Gofio herstellen möchte, sollte sich an folgendes Grundrezept halten:
250 Gramm Mais- und 250 Gramm Weizenkörner werden sorgfältig gereinigt und dann mit zwei bis drei Prisen Salz in einer Pfanne goldbraun geröstet. Anschließend abkühlen lassen und zu Mehl vermahlen. Das Mehl kann weiter mit Wasser oder Olivenöl zu Brei, Pasten oder Laiben verarbeitet werden.

Gofio Escaldado
250 Gramm Gofio werden mit einem Zweig Minze in eine Schüssel gegeben. Einen Liter Fisch-, Fleisch- oder Gemüsebrühe langsam darüber gießen, dabei ständig gut rühren.

Chicharrones

In Streifen geschnittene Schweinespeckgrieben werden gebraten und, nachdem das Fett abgegossen ist, in der Pfanne dick mit Gofio bestäubt.

Gofiobällchen (für 4 Personen)
Zunächst etwa eine halbe Tasse Gofio mit Wasser gut vermengen bis eine teigige Masse entsteht. Dann ein paar Kokosflocken, etwas Nutella und ein Stückchen Banane hinzufügen, gut durchkneten und kleine Bällchen formen. In Kokosflocken wenden und kaltstellen.</span>



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