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Wissenswertes

Abschaffung der Erbschaft- und Schenkungsteuer
auf den Kanarischen Inseln! (Teil 2)

Von: Von Barbara Schüller


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Wenn Sie eine Immobilie in spanien kaufen, informieren Sie sich am Besten gleich beim Kauf, wie das Haus später einmal an die Kinder weitergegeben werden kann. ©iStockphoto.com / webking

Spanien, erben, spanische Resindenten, Erbschaftsrecht, Erbrecht
Wer sich rechtzeitig informiert kann im Erbfall eine Menge Steuern sparen und noch mehr Ärger vermeiden. ©iStockphoto.com / fstop123


(06/08 No. 23) Seit Januar dieses Jahres haben sich die Gesetzte zur Erbschafts- und Schenkungssteuer auf den kanarischen Inseln geändert. In der Mai-Ausgabe von Lanzarote37° haben wir darüber berichtet, nach welchem nationalen Recht deutsche Residenten ihren kanarischen Besitz vererben. In dieser Ausgabe geht es um die Höhe der Erbschaftssteuer und darum, was man bereits beim Kauf einer Immobilie tun kann, um Steuern zu sparen.

 

 

 

4. Erbschaftsteuer
Grundstücke in Spanien, die Deutschen gehören, werden nach deutschem Erbrecht vererbt. Sie unterliegen in der Regel sowohl der spanischen Erbschaftsteuer als auch der deutschen Erbschaftsteuer. Das Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zwischen Deutschland und Spanien gilt nur für die Einkommenssteuer, die Körperschaftssteuer und die Vermögenssteuer, nicht aber für die Erbschaftssteuer. Allerdings kann die gezahlte spanische Steuer auf die deutsche Steuer angerechnet werden. Die steuerliche Situation muss allerdings differenziert betrachtet werden.

 

Expertentipp:
Zahlen Sie niemals die deutsche Erbschaftsteuer vor der spanischen Erbschaftsteuer! Wenn die deutsche Erbschaftsteuer erst einmal bezahlt ist, kann keine Anrechnung mehr erfolgen. Das bedeutet, dass dieselbe Erbschaft sowohl in Spanien als auch in Deutschland voll zu versteuern ist. Achten Sie also auf die Reihenfolge: Zuerst die spanische Erbschaftsteuer zahlen und dann erst die deutsche Steuererklärung abgeben.

 

 

Muss in Spanien und in Deutschland bezahlt werden?
Deutsche Staatsangehörige, die in Spanien Vermögen erben, müssen sich darauf einstellen, sowohl deutsche als auch spanische Erbschaftssteuer zu bezahlen. Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen dem spanischen und dem deutschen Steuerrecht. Wenn das Steuerrecht beider Länder beachtet wird, können erhebliche Steuern gespart werden.
Die spanischen Steuersätze sind ziemlich hoch. Die Steuerbelastung steigt mit steigendem Wert des Nachlasses. Hinzu kommt, dass die Freibeträge sehr niedrig sind.
In Spanien belaufen sich die Freibeträge für Ehepartner und erwachsene Kinder auf jeweils knapp 16.000 Euro. Höhere Freibeträge gibt es im Falle der unbeschränkten Steuerpflicht nur in Valencia.
In Deutschland haben derzeit (Rechtsstand April 2008) Ehegatten einen Freibetrag von 307.000 Euro und Kinder in Höhe von 205.000 Euro.
Für Ende 2008 ist eine Steuerreform geplant. Danach haben Ehegatten und eingetragene Lebenspartner einen Freibetrag von 500.000 Euro und Kinder einen Freibetrag von 400.000 Euro nach jedem Elternteil.



Unbeschränkte Steuerpflicht in Spanien
Wenn der Erbe (!) mindestens 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, also Resident ist, oder der Erbe seinen Schwerpunkt der unternehmerischen oder beruflichen Tätigkeit in Spanien hat, unterliegt der gesamte Nachlass nur der spanischen Erbschaft- und Schenkungsteuer. In diesem Fall wird also auch das in Deutschland befindliche Vermögen in Spanien versteuert. Der Erbe kann die in manchen autonomen Regionen Spaniens existierenden niedrigeren Steuersätze in Anspruch nehmen. In Madrid und auf den Kanarischen Inseln wurde die Erbschaftsteuer sogar ganz abgeschafft. Residenten haben außerdem einen erheblichen Steuervorteil, wenn sie mit dem Erblasser näher verwandt waren, mit ihm längere als 2 Jahre in häuslicher Gemeinschaft in Spanien lebten und die Immobilie nicht innerhalb von 10 Jahren nach dem Erbfall veräußern. Dasselbe gilt für entferntere Verwandte, sofern diese älter als 65 Jahre sind.Beschränkte Steuerpflicht in Spanien

 

Wenn der Erbe (!) weder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien hat, noch in Spanien den Schwerpunkt seiner unternehmerischen oder beruflichen Tätigkeit hat, unterliegt nur das spanische Vermögen der spanischen Erbschaftsteuer. Das gesamte Erbe, einschließlich des in Spanien befindlichen Vermögens, ist zusätzlich in Deutschland zu versteuern.Es kommt also nicht darauf an, ob der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes dauerhaft in Spanien wohnte oder nicht. Ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Erbschaftsteuer existiert zwischen Deutschland und Spanien nicht. Der spanische Erbschaftsteueranspruch existiert also neben dem deutschen Erbschaftsteueranspruch. Allerdings kann die in Spanien gezahlte Erbschaftsteuer zumindest teilweise auf die in Deutschland zu zahlende Erbschaftsteuer angerechnet werden. Angerechnet werden kann der Wert, der sich nach deutschem Erbschaftsteuerrecht für das in Spanien befindliche Vermögen errechnet.Die in manchen autonomen Regionen Spaniens mögliche Reduzierung oder der Ausschluss der Erbschaftssteuer kann bei einer beschränkten Steuerpflicht nicht in Anspruch genommen werden.

 

 

Verjährung der spanischen Erbschaftssteuer
Die Verjährungsfrist beträgt 4 Jahre, beginnend mit dem Ende des Auslaufens der Frist für die freiwillige Zahlung. Die Frist zur freiwilligen Zahlung beträgt 6 Monate, beginnend mit dem Tod des Erblassers. Die Frist beträgt somit insgesamt 4 Jahre und 6 Monate. Früher ließen viele deutsche Erben die Frist einfach verjähren. Dies funktioniert seit dem 1.1.2003 nicht mehr.
Die Verjährung beginnt erst, wenn der spanische Fiskus Kenntnis vom Todesfall hat. Praktisch beginnt die Verjährung mit der Vorlage des Erbnachweises vor dem spanischen Notar, der wiederum den spanischen Fiskus automatisch in Kenntnis setzt.
Damit ist es faktisch nicht mehr möglich, die Erbschaftsteuer verjähren zu lassen.

 

Expertentipp:
Sie sollten nicht mehr darauf setzen, dass die spanische Erbschaftsteuer verjährt. Dies funktioniert bei Todesfällen nach dem 1. Januar 2003 nicht mehr.

 

 

 

Steuergünstige Gestaltungsmöglichkeiten
Es gibt einige Möglichkeiten, im Rahmen der Nachlassplanung auf eine Minimierung der Steuerbelastung für die Erben hinzuarbeiten. Bei aller steuerlichen Optimierung sollten Sie sich allerdings auch immer Ihren letzten Willen vor Augen halten.
Die optimale steuerliche Regelung stimmt nicht immer mit Ihren eigentlichen Vorstellungen überein.
Außerdem kann die optimale steuerliche Gestaltung durchaus unerwünschte zivilrechtliche Folgen haben, was an der eigentlich nicht gewünschten Bildung von Erbengemeinschaften zu sehen ist.

 

Expertentipp:
Wenden Sie diese Gestaltungsmöglichkeiten niemals schematisch an. Die optimale Nachlassgestaltung hängt immer von verschiedenen Faktoren ab. Die familiäre Situation und Ihre Versorgungswünsche sind zu beachten. Das deutsche Erbrecht ist korrekt anzuwenden. Das Testament ist so zu gestalten, dass Nachkommen sich nicht streiten müssen und Pflichtteile berücksichtigt werden. Und zusätzlich kann oder sollte auf die steuerliche Optimierung geachtet werden. Alle Faktoren müssen immer gesehen, gewichtet und gegeneinander abgewogen werden.

 

 

 

Überlegungen bereits beim Kauf
Bereits beim Kauf einer Ferienimmobilie können Sie die Weichen für erhebliche Steuereinsparungen stellen. Es ist an zwei Konstellationen zu denken.

 

 

 

„Nuda propiedad“
Wenn Sie überlegen, eine Immobilie in Spanien zu kaufen, dort mehrmals im Jahr Urlaub zu machen, im Alter dort eventuell auch mehrere Monate zu verbringen und später den Kinder die Immobilie zu übertragen, könnten Sie unter geschickter Ausnutzung der deutschen und spanischen Steuergesetze den normalerweise üblichen Kaufvorgang wie folgt abändern: Sie schenken den Kindern in Deutschland Geld, was nach neuem Recht (geplantes Inkrafttreten Ende 2008) in Höhe von 400.000 Euro pro Kind und pro Elternteil alle 10 Jahre steuerfrei möglich ist. In Spanien hingegen gibt es keine Freibeträge für Schenkungen.
Anschließend kaufen die Kinder die Immobilie und räumen den Eltern das lebenslängliche Nießbrauchsrecht ein. Die Kinder erwerben also lediglich das „nackte Eigentum, nuda propiedad“. Dies hat den doppelten steuerlichen Vorteil, dass die Geldschenkung in Deutschland steuerfrei erfolgt und dass die Kinder keine Erbschaftsteuer auf die Immobilie zahlen müssen, weil das Haus ihnen bereits gehört. Zu versteuern ist nach dem Ableben der Eltern nur der Wert des Nießbrauchsrechts, das durch den Tod weggefallen ist.
Auf der anderen Seite ist die Absicherung der Eltern einzuplanen. Schließlich haben die Eltern die Immobilie bezahlt. Das Nießbrauchsrecht ist grundbuchlich abzusichern. Zusätzlich ist dringend zu empfehlen, in einem zusätzlichen Vertrag zu bestimmen, dass das Eigentum im Falle des Vorversterbens oder der Insolvenz der Kinder an die Eltern übertragen wird. Sonst kann das Haus weg sein, ohne dass die Eltern etwas dagegen machen könnten.
Es könnte eine Gesellschaft gegründet werden, in die die Immobilie eingebracht wird, verbunden mit der Hoffnung, dass der Fiskus dieses Umgehungsgeschäft akzeptiert. Das Erbe könnte auf mehrere Köpfe verteilt werden, wodurch allerdings eine unerwünschte Erbengemeinschaft entsteht. Es könnte auf die nächste Generation vererbt werden und der überlebende (Ehe-) Partner erhält lediglich das Nießbrauchsrecht. Schenkungen sollten nach Deutschland verlagert werden. Verkauf an die Erben ist manchmal steuergünstiger als ein Vererben. Die spanische Immobilie könnte mit einer spanischen Hypothek belastet werden, während das dadurch erhaltene Geld in Deutschland angelegt wird und sich dort vermehrt  und auch dort vererbt wird. Schließlich kann überlegt werden, den zukünftigen Erben zu heiraten oder zu adoptieren. Auch kann überlegt werden, den Wohnsitz auf die Kanaren zu verlegen, um dort unbeschränkt steuerpflichtig zu werden, was teilweise zu erheblichen Vorteilen führt. Jeder steuerliche Vorteil zieht andere Nachteile mit sich. Deshalb muss jede Maßnahme von allen Seiten beleuchtet werden, bevor sie angewendet wird.

 

 

Die Autorin Barbara Schüller studierte in Köln und Freiburg. Seit 1986 ist sie selbständige Rechtsanwältin in Freiburg. Fachanwältin für Erbrecht und Erbrechtsspezialistin, zertifiziert von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Sie ist Gründungsmitglied des Netzwerk Deutscher Erbrechtsexperten

Telefon: 0049 (0) 761/36333,

Mail: schueller@ich-will-keinen-spamanwaeltinnen-kanzlei.de

www.anwaeltinnen-kanzlei.de



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